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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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61. Allgem. Ueberblick über die röm. Kriegsgesch. von Angnstus bis 476 n. Chr. 391

lassen, dessen Forderung und überliess ihm die Verwaltung von West-illyrien. Solehergestalt war Alarich Regent von ganz Illyrien gewordenund begann sich zu erneutem Einfalle in Italien zu. rüsten und zu ver-stärken, um sich für die dort erlittenen Niederlagen und Unfälle zurächen.

Nach Stilicho's Ermordung im J. 408 wandten die Gothen, Alanenund anderen Barbaren, welche die Furcht vor seiner Kriegstlichtigkeitund der Schrecken seines Namens bislang noch von Einfällen in dasWeströmische Reich abgehalten hatte, sich an Alarich mit der Erklärung,dass sie ihm zu folgen bereit seien, wenn er sie nach Italien führe, umfür die Ermordung Stilicho's und seiner Verwandten blutige Rache zunehmen. Alarich willigte mit Freuden ein, und nachdem ihm von Ho-norius sein Ansinnen, in Stilicho's Stelle zu rücken, abgeschlagen wordenwar, drang er auf's Neue in Italien ein (408). Da er es ganz von Truppenentblösst fand, so drang er ohne Widerstand bisRavenna vor, wandte siehaber, ohne sich mit der Belagerung dieser Stadt aufzuhalten, direkt gegenRom. Das Letztere war durchaus nicht zu einer Vertheidigung gerüstet,und als Alarich es einschloss und ihm die Zufuhr abschnitt, brach einefurchtbare Hungersnoth in Rom aus. Der Senat war gezwungen, mitGold sich von der Belagerung frei zu kaufen, und zu Ende des Jahres 408zog Alarich sich nach Tuscium (Toscana) zurück, wo er im Winter durchneue Corps von Gothen, Hunnen und anderen Barbaren verstärkt wurde,welche Athaulph ihm zuführte. Unterdessen aber knüpfte er mit Hono-rius Unterhandlungen an, forderte den Sturz des ersten Ministers Olym-pius, seine (des Alarich) Ernennung zum Oberbefehlshaber über alleTruppen, und die Abtretung von Norieum, Venetien und Dalmatien anihn, später dann nur noch Norieum. Seine erste Forderung wurde erfülltund Olympius durch Jovius ersetzt, aber in die letztere wollte weder Ho-norius noch Jovius einwilligen. Nun, im J. 409, rief Alarich den Prä-fekten von Rom, Attalus, zum Kaiser aus und erlangte von ihm, was Hono-rius ihm verweigert hatte, die Stellung als magister der Truppen für sich,und als Befehlshaber der Garde für seinen Schwager Athaulph. Als eraber sah, dass Honorius dadurch nicht nachgiebiger wurde, zog Alarichim J. 410 auf's Neue gegen Rom, und obgleich er es jetzt zur Vertheidigungvorbereitet fand, so drang er doch in der Nacht zum 24. August durchdas ihm geöffnete salarianische Thor in die Stadt ein. Drei Tage währtedie schreckliche Plünderung Roms, am vierten Tage zog Alarich mit un-geheurer Beute ab und ging nach Süditalien, um nach Sicilien und Afrikaüberzusetzen. Da er keine Flotte hatte, so Hess er seine Truppen aufBarken, Kähnen und kleinen Nachen nach Sicilien überschiffen, undmusste mit Schmerz vom Ufer aus sehen, wie sie auf der See untergingen;'seine Kraft war gebrochen und zu Cosentia (oder Consentia h. Cosenza)