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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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374 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

die Perser wieder gut gemacht hatte, feierte Diocletian mit ihm gemein-schaftlich zu Rom einen Triumph.

So hatte er also sich nur durch Kriegsthaten während seines längernKriegsdienstes vor der Thronbesteigung ausgezeichnet, von diesem Mo-mente an bis zu seiner Abdankung nur in Aegypten durch die Einnahmevon Alexaudria. Den Versuch, welchen der Senat später im Einver-ständniss mit den Prätorianern machte, einen Regierungswechsel herbeizu führen, unterdrückte er nicht persönlich, sondern durch Maximian,welchen er bei solchen Gelegenheiten stets verwendete.

Endlich, im J. 305, dem 21. seiner Regierung, sich der Liebe seinerUnterthanen und der Achtung, ja fast des Gehorsams seiner Mitregentenerfreuend, legte Diocletian wegen seiner schwachen Gesundheit und auseigenem Antriebe die Herrschaft nieder und zog sich in die Einsamkeitnach Salonae zurück. Hier beschäftigte er sich nach seiner Wieder-genesung noch-8 Jahre mit Gartenbau, seinen Freunden versichernd,»dass er erst begonnen habe zu leben, seitdem er vom Throne gestiegen«, ein bemerkenswerther, wenn auch seltsamer Zug in seinem Charakter.Im J. 313 starb er, 68 Jahre alt, das Andenken eines, mehr als Herrscher,wie als Feldherr bedeutenden Mannes hinterlassend. Er liebte denLuxus und verschönerte Rom, Mediolanum, Nicomedieri, Karthago undviele andere Städte durch prächtige Bauten. Sein Luxus gereichte demStaate zum Nutzen insofern. als er in den Augen des Volkes das kaiser-liche Ansehen hob. Er that auch viel für die kaiserliche Macht, durchTheilung derselben unter 4 Mitregenten, wodurch er dem Heere (freilichnur während seiner Regentschaft) die Macht nahm, Kaiser zu prokla-miren, und aus den Cäsaren bildete er die zukünftigen Augusti. Im All-gemeinen kann man ihm grosse Herrscherverdienste nicht absprechen:indem er das gewaltige Reich bei aller Charakterverschiedenheit seinerMitregenten und trotz der zahlreichen äusseren und inneren Feinde desReiches regierte, gelang es ihm zugleich, die Ordnung im Inneren unddie Sicherheit nach aussen zu befestigen. Dazu gehörte viel Verstand,Erfahrung, Menschenkenntniss, politische Gewandtheit und Klugheit.Nur seine unaufhörlichen Christenverfolgungen, die grausamsten vonallen, beflecken sein Gedächtniss. Namentlich die im J. 303 beginnendewar so grausam, dass die christliche Kirche den 29. August 284,den Tag der Thronbesteigung Diocletian's, lange Zeit hindurch alsAera für die Zeitrechnung annahm und sie die diocletianischenannte, (diese Aera ist noch heute bei den Abyssiniern und Kopten imGebrauche).