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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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61. Allgem. Ueberblick über die röm Kriegsgesch. von Augustus bis 470 n. Chr. 373

blos aus Freundschaft, sondern mit geheimer Nebenabsicht. Maximian,auch von niederer Herkunft, besass weder Bildung- noch Feldherrngabenund zeichnete sich nur dadurch aus, dass er lange in dem Heere an denGrenzen gedient hatte, er war dagegen aber muthig, tapfer, fest und er-fahren, unerlässliche Eigenschaften zur Ausführung der schwierigstenUnternehmungen, obgleich er dabei von grausamem Gemüthe war.Diocletian suchte seine Grausamkeit zu mildern, wo es sich aber umBache und grausames Vorgehen handelte, Hess er dem Maximian seinenWillen. Auf diese Weise gewann er sich die Liebe des Volkes, währender dessen Hass gegen Maximian kehrte. Deshalb nannte das Volk dieBegierung Diocletian's das goldene, die Maximian's das eiserneZeitalter. Dessen ungeachtet bestand zwischen beiden Kaisern unge-stört die alte Freundschaft fort. Es ist unentschieden, ob Aberglaubeoder Hochmuth sie zu dem Gedanken brachte, sich die Beinamen Jovius(für Diocletianj und Herculius (für Maximian) beizulegen. Diese ganzeCharakteristik Beider kann einen Begriff von der sittlichen Verkommen-heit der Eömer zu jener Zeit geben.

Was die Staatsactionen des Diocletian anbelangt, so hatte die vonihm und Maximian vorgenommene Ernennung noch zweier Mitregentenunter dem Titel Cäsaren, des Ga 1 erius und Constantius Chlorus,die Theilung des ungeheueren römischen Beiches in 4 Begierungen, wobeisie untereinander stets einig blieben und dem Diocletian die erste Stelleeinräumten, also das, was in der Geschichte das neue System derBegierung des Beiches genannt wird, es hatte für den Staat heil-same Folgen und bildete die Grundlage für dessen weitere Verwaltungund Theilung in zwei grossen Hälften, deren jede wieder in zwei Theilegetheilt war. Während Maximian, Galerins und Constantius Chlorusüber 'die inneren und äusseren Feinde in Gallien, Britannien, am Bbeinund in Afrika triumphirten, hatte Diocletian, welcher nicht in Bora.er liebte es nicht und war nur einmal zu einem Triumphe dort gewesen,sondern in Mediolanom, noch häufiger und länger aber in Nicomedienresidirte, keinen unmittelbaren Antheil an den kriegerischen Entwürfenund Operationen genommen. Als aber Aegypten sich los riss und dieArabier sich Alexandriens bemächtigten, nahm er durch persönliche An-ordnungen diese Stadt mit Sturm wieder ein, züchtigte die Aufrührer undstellte die Buhe in Aegypten wieder her. Gegen Persien aber, das sichin Besitz von Armenien gesetzt hatte, schickte er den Galerius, und alsLetzterer eine Schlacht verloren und mit Mühe sich durch die Flucht ge-rettet hatte, empfing Diocletian ihn freundlich als Mitregenten und Cäsar,Hess ihn jedoch eine ganze Meile zu Fuss und im kaiserlichen Ornate ander Spitze und Angesichts des ganzen Heeres hinter seinem Wagen her-gehen. Als dann Galerius seine Niederlage später durch einen Sieg über