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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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61. Allgem. Ueberblick über die röm. Kriegsgesch. von Augustus bis 476 n. Chr. 363

Geschlechte beigelegt. Drusus war mit Antonia vermählt, der Tochterdes Triumvir Antonius, Schwester des Augustus Octavius, und hatte vonihr eine Tochter Livilla und zwei Söhne: Drusus Germanicus, Vater Ca-ligula's, und Claudius L, Nachfolger des Letzteren.

Drusus Germanicus war ebenso tugendhaft als Mensch und ge-schickt als Feldherr, wie sein Vater es gewesen. Unter Augustus be-kleidete er das Amt eines Quästor und erlangte die Würde als Consul,noch ehe er die gesetzlich dafür vorgeschriebenen Jahre erreicht hatte.Vor dem Tode des Augustus befehligte er die Truppen in Germanien,deren Liebe er in solchem Maasse besass, tlass, nachdem Augustus ge-storben, sie ihm die Kaiserwürde antrugen, was er jedoch ablehnte. SeinOnkel Tiberius nahm ihn, nachdem er Kaiser geworden, an Sohnes Stattan. Nach Ueberschreitung des Rheins schlug Germanicus die Marsenund Katten, verwüstete ihr Land, zündete ihre Stadt (h. Marburg) an,befreite sodann den von den Germanen belagerten Segestus. zerstreutedie Truppen Hermann's und kehrte zur Ems und zur Rheinmündungzurück. Nachdem er hier ein neues Heer gesammelt und eine Flotte er-baut hatte, schiffte er zur See in die Ems-'Mündung, ging mit dem Heerezur Weser und erfocht im J. 16 n. Chr. bei dem heutigen Minden einenSieg über Hermann und die Cherusker. Von hier kehrte er zur Ems-Mündung zurück, dann segelte er mit der Flotte zur Rhein-Mündung,verlor hierbei aber einen grossen Theil seiner Schiffe und Soldaten durcheinen Sturm, besiegte indessen noch einmal die Marsen und verheertederen Gebiete. Tiberius aber, der schon ihn zu beneiden und noch mehrihn zu fürchten anfing, berief ihn ab und schickte, um ihn los zu werden,ihn nach Asien, um dort ausgebrochene Unruhen zu unterdrücken. Ger-manicus vollbrachte dies mit Geschick und Erfolg, starb aber bald, durchPiso, den Statthalter von Syrien auf des Tiberius Anstiften vergiftet,19 n. Chr., im 35. Jahre seines Lebens.

§. 439.Vespasian und Titus.

Diese gehören zu den besten Kaisern und Feldherrn der Römer ausdem Zeiträume zwischen den beiden trüben Perioden von Tiberius bisVespasian und von Commodus bis Diocletian.

Titus Flavius Sabinus Vespasianus war im J. 9 n. Chr. ineinem bescheidenen hölzernen Landhause bei Reate aus dem altenPlebejergeschlechte Roms, der Flavier Sabiner, geboren, dessenanderer Zweig, die Flavier Fimbrier, mehrere bedeutende Männerzur Zeit der Republik hervorgebracht hatte. Nachdem er in Kriegsdienstgetreten, durchlief er alle Grade desselben mit Auszeichnung und erlangte