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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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324 IV. Von Augustus bis zum Untergang des-Weströmischen Reiches.

lands. Nun rüsteten Leo und Anthemius eine ungeheure Flotte von 1113Schiffen aus, schifften an 100,000 Mann Truppen darauf ein, übergabenden Oberbefehl dem Basiliscus, Bruder der Gemahlin Leo's, und sen-deten sie an die Küste von Sicilien, von wo sie nach Afrika hinüberfahrensollten. Zur selben Zeit erhielt Marcellinus, der die Herrschaft Leo's be-reits anerkannt hatte, den Befehl, die Vandalen aus Sardinien zu ver-treiben , die Feldherren Heraclius und Marsus wurden angewiesen, dieKüsten der tripolitanischen Provinz anzugreifen.

Nachdem er Sardinien von den Vandalen gesäubert hatte,, vereinigteMarcellinus sich mit Basiliscus; Heraclius und Marsus, welche nach ihrerLandung in Afrika die Vandalen zurückgedrängt hatten, marschirten aufCarthag'o, wo sie den Basiliscus bereits zu finden hofften, Der Letztereaber, auf 14 Stunden Entfernung von Carthago in unthätiger Ruheliegend, Hess dem Genserich Zeit, sich aufzuraffen und ein Heer zu-sammenzuziehen. Dieses Verhalten des Basiliscus war theils eine Folgeseiner Unfähigkeit, theils auch davon, dass die Feldherren Leo's, Ardaburund Aspar, schon seit längerer Zeit mit ihm unzufrieden, dem Basiliscusden Purpur versprochen hatten, wenn er die Unternehmung gegen dieVandalen scheitern machen werde. Ausserdem Hess sich der zur Hab-sucht geneigte Basiliscus auch von Genserich bestechen und ging einenfünftägigen Waffenstillstand ein. Während dieser 5 Tage aber hatteGenserich eine grosse Anzahl von Branderschiffen zusammengebracht,die er unter Benutzung eines Südwindes eines Nachts unter die römischenSchiffe trieb, welche dadurch in Brand geriethen. Mit wenigen Trümmernkehrte Basiliscus schimpf beladen nach Sicilien zurück, Heraclius undMarsus eilten nach Tripolis zurück und gewannen von dort zu LandeAegypten, die Vandalen aber setzten sich vollkommen in den Besitz vonSicilien. Ein solches Ende nahm das letzte Unternehmen gegen die Van-dalen in Afrika, und von dieser Zeit an wagten weder Leo L, noch dieKaiser des Abendlandes sie je wieder anzugreifen.

Um das Unglück des Weströmischen Reiches vollkommen zu machen,welches Reich sich jetzt nur noch auf dieGrenzen vonltalienalleiubeschränkte, brach im J. 469 zwischen Anthemius und Ricimer ein Zwistaus, welcher bald zu offenem Kriege führte. Anthemius beschuldigte denRicimer geheimer Verbindungen und Einverständnisses mit den Barbaren,Ricimer verübelte dem Kaiser diesen ungerechten Verdacht. Ricimer ent-fernte sich von Rom nach Mediolanum, auf beiden Seiten begann manzum Kriege zu rüsten. Den Bemühungen des Bischofs Epiphanes vonPavia gelang es indessen, eine Versöhnung zwischen Ricimer und Anthe-mius zu Stande zu bringen, die aber von Ricimer nicht aufrichtig gemeintwar, denn er beabsichtigte den Kaiser in einen Krieg mit den Barbarenzu verwickeln, in welchem derselbe seinen Untergang finden sollte. Auf