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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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fiO. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Körner in dieser Periode. 317

mit seinen Westgothen auf dem rechten Flügel (Walamir gegenüber), indie Mitte (Attila und den Hunnen gegenüber) stellte Aetius den Sangiban,Fürsten der Alanen, mit den übrigen Hülfstruppen, weil er ihm nichttraute und es für geboten erachtete, ihn. zwischen beiden Flügeln zuhaben.

Leider haben die zeitgenössischen Schriftsteller uns keine näherenDetails über diese so bedeutende Schlacht hinterlassen, welche über dasSchicksal des Weströmischen Reiches, und möglicher Weise von ganzEuropa entscheiden sollte. Alle sind sie darin einig, dass die Schlachthöchst wechselvoll, cornplicirt. erbittert und blutig war, und dass ihrkeine frühere oder spätere zu vergleichen war oder sein wird. ImUebrigen weiss man nur, dass um die Abendstunden eines kurzen Herbst-tages Attila mit den Hunnen zuerst ungestüm gegen die Mitte des feind-lichen Heeres anprallte, welche unter Sangiban stand, sie zurückdrängte,durchbrach. und sofort die. linke Flanke der Westgothen angriff.Theodorich, welcher in den vordersten Reihen kämpfte und durch seinBeispiel seine Westgothen anfeuerte, wurde durch den Speer eines vor-nehmen Ostgothen, Andeges, tödtlich verwundet. Im selben Augenblickeaber warf sich sein Sohn Thorismund, der die Anhöhe in des Aetiuslinker Flanke besetzt hatte, den Hunnen in die Flanke, drängte sie zurückund gab dadurch den Westgothen Zeit, sich von Neuem zu sammeln undzu ordnen. Nun wurden die Hunnen von vorne und von beiden Seitenangegriffen, sie geriethen in Unordnung, wendeten sich zur Flucht, inwelche sie selbst Attila mitrissen, und nur die sinkende Nacht rettete sievor gänzlicher Niederlage. Zum ersten Male auf's Haupt geschlagen,mit einem Verluste von ca. 100,000 Mann, zog Attila sich in seine Wagen-burg zurück, wo er einen Scheiterhaufen aus seinen kostbarsten Sättelnund übrigem Pferdegeschirr aufrichten liess, fest entschlossen sich aufdemselben zu verbrennen, wenn der Feind zum Sturme schritt; durchlärmende Musik und wildes Geschrei bemühte er sich, den Muth seinerTruppen neu zu beleben und dem Feinde seine schwierige Lage zu ver-bergen. Aber dieser Letztere hatte selber an 10,000 Mann verloren unddachte gar nicht daran, Attila's Wagenburg zu erstürmen. Nur Thoris-mund, von der Hitze der Verfolgung fortgerissen, stiess in der Dunkel-heit der Nacht auf die hunnische Wagenburg, ward in dem Scharmützelmit den Hunnen aus dem Sattel geworfen, und wäre fast in Gefangen-schaft gerathen. Auch Aetius kam in gleiche Gefahr und liess, in seinLager zurückgekehrt, da er das schliessliche Resultat der Schlacht nochnicht kannte, sein Heer die Nacht unter den Waffen zubringen.

Am nächsten Morgen versuchte er, Attila in seiner Wagenburg anzu-greifen, stiess aber auf so heftigen Widerstand, dass er von weiteren An-griffen abstand und sich anschickte, den Attila in seiner Wagenburg ein-