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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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316 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Theile beschlossen, am folgenden Tage liier eine grosse und entscheidendeSchlacht zu schlagen.

Das dafür von Attila ausgewählte Terrain erstreckte sich, nach An-gabe des Schriftstellers Jornandes, 30 Meilen in die Länge und 20 Meilenin die Breite; westlich lag eine für beide Theile sehr wichtige Anhöhe.

Der im Kriegswesen erfahrene Attila, welcher die ganze Wichtig-keit der bevorstehenden Schlacht für sich einsah , befragte seine Wahr-sager Über deren Ausgang. Sie antworteten, dass die Eingeweide derOpferthiere keinen Sieg für ihn weissagten, dass aber der feindliche An-führer im Kampfe sein Leben einbüssen werde. Attila verstand hierunterden für ihn gefährlichsten Gegner, Aetius, und beschloss um den Preisdes Verderbens des Aetius sein halbes Heer, wenn es sein müsse, zuopfern. Um aber die Schlacht möglichst abzukürzen und sich durch dieNacht den etwaigen Bückzug zu sichern, beschloss er den Kampf erst beiSonnenuntergang zu beginnen.

Beide Heere bezogen einander gegenüber Lager: in der folgendenNacht, es ist unbekannt aus welchem Anlass, vermuthlich aber bei Ge-legenheit einer Becognoscirung, stiess ein starkes Frankencorps mit einemgleich starken Haufen der Gepiden zusammen, und kam es zwischenihnen zu solch heftigem und blutigen Nachtgefecht, dass von beiden Seitengegen 15,000 Mann auf dem Schlachtfelde blieben.

Am folgenden Tage entsandte Attila einen Heerhaufen, um die Höheim Westen, auf der linken Flanke.des feindlichen Heeres zu besetzen.Allein Aetius und Theodorich kamen dem zuvor, Thorismund vertriebdie Hunnen mit Verlust, bemächtigte sich der Anhöhe und setzte sich aufderselben fest.

Da er nicht wollte, dass dieser erste Unfall von übelem Einflüsse aufsein Heer werde, so berief Attila einen Kriegsrath, und hielt, obgleichfür gewöhnlich nicht redselig, dabei eine lange begeisterte Bede, inwelcher er sieh über den alten Kriegsruhm der Hunnen, über ihre augen-blickliche Lage und die vielversprechende Zukunft ausliess, mit Verach-tung die kläglichen Anstrengungen der Bömer, dem unvermeidlichen Ver-derben zu entgehen, darlegte, wobei sie ihre Hoffnung auf die ihnenverbündeten Barbaren setzten, und, nachdem er gesagt hatte, dass dasmenschliche Leben nicht in der Hand und Macht des^Gegners liege, endeteer mit dem Versprechen, dass er selber sich zuerst auf den Feind stürzenwerde. Nachdem er hierdurch seine Heerführer angefeuert hatte, stellteer sein Heer in Schlachtordnung; die Hunnen unter seinem persönlichenBefehle in der Mitte, seinen Freund Ardarich mit den Gepiden auf demrechten Flügel und Walamir mit seinen Ostgothen auf dem linken Flügel.

Auf Seiten des Gegners stand Aetius mit den römischen Truppenauf dem linken Flügel (Ardarich gegenüber), der sehr betagte Theodorich