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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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60. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 31J

Furchtbarste mit Feuer und Schwert, in Numidien und dem proconsula-rischen Afrika bemächtigte Genserich sich aller Städte mit Ausnahmevon Cirtha, Hippo und Carthago. Bonifacius, der mit unverhältnissmässigschwächerer Streitmacht den Vandalen Einhalt zu thun suchte, ward vonihnen besiegt und in Hippo eingeschlossen. Aber, unwissend und uner-fahren in der Belagerungskunst, lagen die Vandalen 10 Monate (nachAnderen 14 Monate) vergeblich vor Hippo und gaben dann die Belagerungauf, nachdem sie durch Hunger einen grossen Verlust an Mannschaft er-litten hatten.

Während dessen lag Aetius an verschiedenen Punkten mit den Bar-baren im Kriege und schlug Schwärme der Westgothen, welche die Um-gegend von Arelate (Arles) verheerten, dann der Juthungen, welche inRhätien eingefallen waren, und der Vindelicier, die schon bereit warenzu diesen zu stossen.

Im J. 431 brach Bonifacius, der aus dem Orient Verstärkungen unterAspar's Befehl erhalten hatte, mit diesem zusammen gegen Genserichauf, sie wurden aber Beide besiegt und gingen, Aspar nach Constanti-nopel, Bonifacius nach Ravenna zurück. Genserich eroberte und schleifteHippo, und gründete, als der im vollen Besitze von Afrika Befindliche,daselbst das neucarthagische Vandalenreich, mit der Haupt-stadt Carthago.

Als Bonifacius nach Ravenna zurückgekehrt war, ernannte Placidiaihn zum Oberbefehlshaber über alle Truppen des Weströmischen Reiches,Aetius dagegen wurde seiner ehrgeizigen Ränke halber dieser Würdeenthoben. Die Folge davon war ein Bürgerkrieg zwischen Aetius undBonifacius, dem neuen Rebellen gegen den alten. Der Erstere rücktesogleich mit einer Armee von den Ufern des Rheins über die Alpen in Nord-italien ein, Bonifacius zog mit allen in und um Ravenna befindlichen Trup-pen ihm entgegen (431). In der zwischen ihnen sich entspinnenden Schlacht(deren Ort unbekannt) wurde Aetius besiegt, Bonifacius aber von Jenemmit eigener Hand schwer verwundet, an den Folgen dieser Verwundungstarb er nach wenigen Monaten. Placidia ernannte an seiner Statt denGrafen Sebastian zum Oberfehlshaber, Aetius zog sich zu seinen altenFreunden, den Hunnen, zurück und fiel dann mit einem bei ihnen zu-sammengebrachten Heere auf's Neue in Italien ein, Schrecken bis nachRavenna hin verbreitend, wo Placidia Hof hielt. Sie verlangte Hülfe vonTheodorich, da hierzu aber viele Zeit erforderlich war, so beschloss sielieber mit Aetius Friede zu machen, gab ihm seine frühere Würde alsOberbefehlshaber wieder und ernannte ihn ausserdem zum Patrizier.

Drei Jahre danach, im J. 435, besiegte Aetius mit einem grössten-theils aus Hunnen, Herniern, Franken und Sarmaten bestehenden Heeredie Burgunden , welche in Belgien eingedrungen waren, und bewilligte