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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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312 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

ihnen den nachgesuchten Frieden. Die von ihm hiernach aus der Armeeentlassenen Hunnen fielen in das Land der Burgunder ein, in Südost-Gallien und Helvetien, die Westgothen aber in die narbonensische Pro-vinz in Südgallien. Theodorich belagerte, nachdem er viele Städte ein-genommen, Narbo. Die Besatzung dieser Stadt' leistete standhafteGegenwehr bis der, von Aerius aus dem Armorischen (in Nordwestgallien)zum Entsatz geschickte Präfekt Litorius mit einem Hülfstruppencorpsherbei kam. Litorius durchzog mit einem Corps hunnischer Reitereischnell das Land der Arverner (h. Auvergne) und erschien vor Narbo.Allein die Westgothen setzten die Belagerung fort und hoben sie erstdann auf, als der römische Feldherr Avitus mit neuen Truppen sie zumBückzuge nach Aquitanien zwang.

Im J. 438 brachen die Franken den vor 6 Jahren mit Aetius ge-schlossenen Frieden, ihr König Chlodio beschloss, sich endgültig unddauernd in Gallien nieder zu lassen. Er überschritt den Rhein, drang bisCamaracum (h. Cambray) vor, schlug dort ein Truppencorps, das sichihm entgegenstellte, nahm diese Stadt ein, dehnte seine Eroberungen bisan den Fluss Samara (Somme) aus, und nahm Samarobriva sowie vieleandere Städte ein. Aber während er in der Ebene bei Vicus-Helena(h. Lens) die Vermählung eines seiner Anführer feierte, erschien plötzlichund ganz unerwartet Aetius mit der Reiterei und überwältigte die Frankennoch ehe sie hatten zu den Waffen greifen können. Sie waren indessennoch immer hinreichend stark, um sich in dem Besitz der von ihneneroberten Städte zu behaupten. Aetius, dessen Anwesenheit an anderenOrten erforderlich war, zog es vor, mit Chlodio einen Vertrag zu schliessenund ihm das Land zwischen Rhein und Samara zu überlassen.

Im südlichen Gallien hatte (439) Theodorich, von Litorius in Tolosa(h. Toulouse) eingeschlossen, diesen unter den Mauern der Stadt besiegt,aber obgleich ihm hiernach das ganze Land bis zum Rhodanus (Rhone)vollkommen offen stand, so gab er doch den Vorstellungen des römischenPräfekten von Gallien, Avitus, Gehör und erneuerte die früheren Verträgemit ihm.

Das Weströmische Reich war in diesem Zeitpunkte (440) bereits sogeschwächt und so ohnmächtig, dass Aetius, von allen Seiten in Gallienbedroht, sich genöthigt sah, an Theile der Alanen (Slaven) unter Führungihres Fürsten Sambida Länder bei Valentia (h. Valence) an dem Rho-danus und selbst an den Ufern des Liger (Loire), als Wohnplätze zuüberlassen.

Während dessen rüstete Genserich, der sich in Afrika festgesetzthatte, zu einem Unternehmen auf der See gegen Italien und dessen Inseln.Valentinian III. liess sogleich die Magazine in Rom füllen und traf Maass-regeln zum Schutze Italiens und der Süd- und Westküsten dieses Landes,