liO. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 309
Hunnen zu Hülfe und schickte ihnen den Aetius mit dem Befehl, dieTruppen des Theodosius im Rücken anzugreifen, wenn sie in Italien ein-fielen (424). Theodosius aber beschloss das abendländische Reich anPlacidia, die er zur Augusta ernannte, und an deren Sohn Valen-tinian III. abzutreten, ein zahlreiches Heer und Flotte unter den Befehlender Feldherren Ardaburus, dessen Sohnes Asparus und des Candidianuswurde von ihm gen Westen entsandt, um Placidia und Valentinian aufden Thron zu heben und daselbst zu befestigen. Wegen der vorgerücktenJahreszeit brachte indessen das Heer des Theodosius den Winter in Dal-matien zu. Alle Provinzen des Weströmischen Reiches hatten Jo-hann anerkannt, Afrika ausgenommen, welches der der Placidia ergebenedortige Statthalter in deren Gewalt erhielt.
Im Frühling des J. 425 eröffneten Heer und Flotte des Theodosiusden Feldzug. Salona, die Hauptstadt Dalmatien's ward mit Sturm ge-nommen, Aspar rückte mit der Cavallerie, und mit ihm Placidia nebstValentinian, nach Aquileja und nahm es ein. Candidian unterwarf miteinem anderen Theile des Heeres mehrere Städte, die den Johann aner-kannt hatten. Ardabur aber, der mit einem Theile der Flotte die Küstenvon Italien hatte angreifen wollen, gerieth bei einem Seesturm mit seinerGaleere mitten in die feindliche Flotte, wurde gefangen genommen undnach Ravenna geführt, wo sich Johann befand, welcher ihn mit Mildebehandelte. Bald hatte Ardabur sich sogar das Vertrauen Johann s er-worben, dessen Truppen bestochen und machte nun heimlich dem Aspareine Stelle bekannt, wo dieser bequem die stark gelegene und befestigteStadt Ravenna angreifen konnte. Aspar drang in dieselbe ein. be-mächtigte sich Johann's, der von seinen eigenen Truppen ausgeliefertwurde, und Hess ihn hinrichten, während Castinus nach Afrika verwiesenwurde. Inzwischen hatte Candidianus ganz Dalmatien, Istrien und Pan-nonien unterworfen, und Aetius, der mit 60,000 Hunnen dem Johann zuHülfe nach Ravenna marschirt, aber erst nach dessen Tode eingetroffenwar, hielt es für besser, der erste Diener der Placidia zu sein, als gegensie Krieg zu fuhren, und ebenso zog sie es vor, ihn auf ihrer Seite zuhaben. So wurde denn Aetius der oberste Minister der Placidia und derOberfeldherr über alle Truppen des westliehen Reiches.
Im J. 426 belagerte der König der Westgothen in Aquitanien,Theodorich, welcher seine Herrschaft nach Osten erweitern wollte,Arelate (h. Arles). Aetius eilte dieser Stadt zu Hülfe, zwang Theodorichzur Aufhebung der Belagerung und zur Rückkehr nach Aquitanien, nach-dem dieser um Frieden gebeten und mit Aetius einen Vertrag abge-schlossen hatte.
In demselben Jahre hatte in Afrika der von Placidia zum co?jies do-mesticorum ernannte Bonifacius Ordnung und Ruhe aufrechterhalten,