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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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308
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308 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

erneute Unterhandlungen mit Honorius an und schloss endlich mit ihmeinen Vertrag ab. Allein Honorius hielt diesen Vertrag nicht, er brachihn sofort: auf dem Marsche von Ravenna nach Ariminum ward Alarichplötzlich von einem gothischen im Solde des Honorius stehenden Heer-haufen angegriffen. Dies zu rächen, rückte Alarich zum dritten Malevor Rom und belagerte es abermals. Die Details dieser Belagerung sindunbekannt; nur soviel steht fest, dass sie ziemlich lange dauerte, unddass in Rom wieder eine furchtbare Hungersnoth ausbrach. Obgleichdiesmal die Einwohner von Rom sich zur Vertheidigung eingerichtethatten, so half ihnen das Nichts: in der Nacht vom 23. zum 24. Augustwurde dem Alarich durch Verrath die porta Salariana geöffnet, sein Heerdrang in Rom ein und plünderte und mordete daselbst ganz furchtbar,nur die Kirchen wurden verschont, denn die Gothen waren Christen. Eingrosser Theil der Stadt ging in Flammen auf, am vierten Tage brachAlarich nach Süditalien auf, eine Menge von Gefangenen mit sichschleppend, darunter Placidia, des Honorius Schwester. Unterwegseroberte er Nola mit stürmender Hand, Rhegium wurde ausgeplündert.Von hier wollte er nach Sicilien übersetzen und von dort nach Afrika, daer aber keine Flotte besass, begann er seine Truppen auf Fahrzeugenüberzusetzen, wie er sie eben bekommen konnte, darunter Kähne undNachen; mit Kummer musste er sehen, wie sie auf dem Meere untergingen,und bald danach starb er zu Cosentia (oder Consentia). Die Gothen be-statteten seinen Leichnam auf dem Grunde des Bucentinus- (Busenzio)Flüssbettes und setzten ihm zum Nachfolger den Athaulph, welcher sichsogleich bemühte mit Honorius Frieden zu machen und im J. 412 mitdemselben einen Vertrag schloss, mit den Gothen nach Gallien ging, undsich in dessen südwestlichem Theile mit ihnen niederliess.

§. 424.Feldzüge des Aetius (425432).

Nach dem Tode des Honorius im J. 425 ging das Anrecht auf denThron an den Sohn seiner Schwester Placidia, Wittwe des Constantius,den minderjährigen Valentinian über. Theodosius II. wollte seine eigenenRechte auf den Thron des Abendlandes geltend machen und hatte seineTruppen bereits nach Dalmatien geführt. Allein der Truppenbefehls-haber in Italien, Castinus und der Feldherr Aetius, welcher unterAlarich's Leitung die Kriegführung gelernt hatte und in allgemeinsterAchtung so bei den Gothen, wie bei den Hunnen stand, riefen denfrüheren obersten Minister des Honorius, Johann, zum Kaiser aus.Dieser sandte an Theodosius eine Botschaft mit der Bitte um Anerkennung,wurde aber abgewiesen, und gab nun den Sklaven die Freiheit, rief die