GO. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Körner in dieser Periode. 301
Verluste für sie. Alarich zog sich in die Gebirge und Wälder Arcadien'szurück und verschanzte sich auf dem Berge Philo. Hier schloss Stilicho ihnein. Während Letzterer sich aber sinnlichen Ausschweifungen hingab undden Alarich nur schlecht bewachte, entkam dieser mit Leichtigkeit nachEpirus, wo er fortfuhr das Land zu verheeren und auszusaugen. Anstattihn zu verfolgen, kehrte Stilicho ruhig nach Italien zurück und erregtedadurch allgemein den Verdacht, dass er im heimlichen Einverständnissmit Alarich gehandelt habe. Eutropius veranlasste den Arcadius, dasser Stilicho für einen Feind des Staates erklärte und seine Besitzungen imöstlichen Reiche einzog, den Alarich aber mit seinen Gothen in seinenDienst nahm und zum magister der Truppen des östlichen Illyriens er-nannte.
Im Sommer 397 hatte sich der römische Statthalter der ProvinzAfrika, der comes oder Graf Gildo in der Absicht sich zum selbständigenHerrscher zu machen, offen empört und durch Zurückhaltung einer mitGetreide für Rom beladenen Flotte in Carthago eine furchtbare Hungers-noth in Rom hervorgerufen. Stilicho erklärte im Namen des Honoriusund des Senates den Gildo für einen Feind des Vaterlandes und schicktedessen Bruder Mascezil, der in römischem Kriegsdienste stand undder römischen Regierung ganz ergeben war, mit 8000 Mann auserlesener,aus alten Jovianern und Herculianern (illyrische Legionen, welche nochvon Diocletian her diesen Namen führten) bestehenden Kerntruppen gegenihn. Gildo rückte ihm in Afrika mit einem an 70,000 Mann starkenHeere entgegen, das aber aus sehr schlecht geschulten und bewaffnetenafrikanischen Barbaren bestand. An den Ufern des Ordalion zwischenThebaste (oder Theveste) und Amedera in Numidien stiessen beide Brüderund Heere auf einander. Gildo umfasste den Mascezil auf allen Seiten,dieser aber eröffnete nichtsdestoweniger den Kampf. Gleich zu. Anfangwurde einer der Fahnenträger aus Gildo's erster Linie, der vorging,durch Mascezil verwundet, fiel und verlor seine Fahne. Gildo's Heernahm dies für eine Vorbedeutung, die erste Linie legte die Waffen nieder,wandte sich zur Flucht und wurde durch die nachsetzenden TruppenMascezil's theils niedergemacht, theils zersprengt, Gildo fiel in Gefangen-schaft und erdrosselte sich im Gefängniss. Stilicho aber, der in Mascezileinen gefährlichen Nebenbuhler erblickte, Hess diesen ermorden!
Indessen hatte Alarich, der von 396 bis 400 die Truppen des Arca-dius im östlichen Illyrien befehligte und nach dem Oberbefehl auch inWestillyrien strebte, ein Bündniss mit Radagais geschlossen, demFürsten eines Theils der jenseits der Donau ansässigen Gothen, unddurchzog ganz Pannonien in der Absicht, von da mit Radagais gemein-schaftlich das schutzlose Italien zu überfallen. Sie belagerten Aquilejaund verheerten dessen Umgegend, ohne dass weder Arcadius noch Hono-