60. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Eömer in dieser Periode. 297
ein Bündniss mit den fränkischen Fürsten Marcomir und Sunno, er-hielt von ihnen beträchtliche Hülfstruppen, nnd bildete sich aus diesen,aus Galliern, Alemannen und Sachsen ein zahlreiches Heer. AuchTheodosius zog von allen Seiten Truppen der verschiedensten Völker zu-sammen und suchte sie in strenger Disciplin zu erhalten. Seine römi-schen Legionen unterstellte er dem Befehl der Feldherrn Stilicho undTimasius, die Hülfstruppen der Gothen, Perser, Indier und andererVölker wurden den Feldherren Gainas, Alarich, Saul und Ba-curus anvertraut. Dann zog er im J. 393 durch Adrianopel zu denjulischen Alpen. Als er dies erfuhr rückte auch Arbogast mit Eugeniusebendahin, seinem Feldherrn Fl avianus mit der Avantgarde den Schutzder Pässe durch die julischen Alpen tibertragend. Aber Theodosius über-wand alle Schwierigkeiten in dem Gebirge, schlug den Flavianus undrückte über die Alpen nach Aquileja. Nicht weit von hier, an den Uferndes Frigidus, stiess er am 6. September 394 auf die an Zahl überlegeneArmee des Eugenius, auf deren Fahnen das Bild des Hercules prangte,während die des Heeres des Theodosius mit dem Kreuze geschmücktwaren. Theodosius eröffnete den Angriff auf den Gegner mit den fremd-ländischen Hülfstruppen des Gainas. Arbogast warf sich ihm auf allenPunkten entgegen, und seine Truppen fochten mit solcher Hartnäckig-keit und Wuth, dass an 10,000 Gothen auf dem Platze blieben. Theodo-sius sah sich genöthigt, zur Wiederherstellung der Schlacht seine Kern-truppen in's Gefecht zu führen. Arbogast aber setzte seinen verzweifeltenWiderstand fort, so dass Bacurus, des Theodosius Feldherr, nach wieder-holten Angriffen geschlagen wurde und fiel. Die sinkende Nacht beendetedie Schlacht, bevor der Sieg auf einer von beiden Seiten entschiedenwar. Eugenius hielt sich jedoch für den Sieger, weil Theodosius diegrösseren Verluste gehabt hatte. Statt aber dies auszunutzen, wurde imLager des Eugenius die ganze Nacht durch geschmaust, und nur der er-fahrene Arbogast schickte den comes Arbitrio mit einem Truppencorps inden Rücken des Theodosius. Während dessen waren in dem Kriegs-ratbe des Letzteren Alle der Meinung, dass man keine neue Schlachtwagen dürfe, sondern zurückgehen müsse, um im nächsten Frühjahr miterneuten Kräften einen neuen Feldzug zu beginnen. Allein Theodosiuswidersetzte sich dieser Ansicht, in Folge eines Traumgesichtes vollerSelbstvertrauen und Siegeshoffnung, mit Tagesanbruch sammelte er dieTrümmer seines Heeres und rückte kühn gegen den weit zahlreicherenFeind vor. Arbogast rückte ihm entgegen, und schon wurde Theodosiusvon ihm in Front und von Arbitrio im Bücken angegriffen, als der Letztereplötzlich mit seinem ganzen Corps zu ihm überging. Nun machte Theodo-sius an der Spitze seiner Kerntruppen einen so ungestümen Angriff aufdes Eugenius Heer, dass dieses nicht Stand zu halten vermochte und