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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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296 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

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gebracht, und nach furchtbarem Blutvergiessen im Handgemenge fastgänzlich aufgerieben, eine Abtheilung zerbrach selbst ihre Feldzeichenzum Zeichen der Unterwerfung unter Theodosius. Marcellinus scheintim Kampfe selbst geblieben zu sein.

Auf die Kunde von diesen beiden Siegen des Theodosius bei Sisciaund Pätorio floh Maximus nach Aquileja, wohin Theodosius ihn sogleichmit den leichten Truppen verfolgte.

Arbogast nahm im ersten Anlauf die schlecht vertheidigte StadtAquileja weg und in ihr den Maximus, den er gefesselt in des TheodosiusLager schickte, wo er hingerichtet wurde. Vier oder fünf seiner Ministerhatten dasselbe Schicksal, die übrigen wurden begnadigt. Der Feldherrdes Maximus aber, Androgotus, der mit den Truppen auf den Schiffenausgesendet war, um Valentinian auf dem Meere zu ergreifen, wolltenach vergeblichem Umhersuchen in Aquileja landen: als er die Ge-fangennahme und Enthauptung des Maximus erfuhr, stürzte er sich ver-zweifelnd in's Meer.

Auf diese Weise war dieser Bürgerkrieg mit einem Schlage durchdie beiden Siege des Theodosius entschieden, infolge der sehr ge-schickten Operationen seinerseits und der sehr unklugen Maassregelnseines Gegners.

Drei Jahre lang (389391) blieb Theodosius nun in Italien, mitseiner Erfahrung dem jungen Valentinian in den Regierungsgeschäftenzur Seite stehend und weise Gesetze erlassend zum Besten der westlichenwie der östlichen Reichshälfte. Dann fand er auf seiner Reise durchIllyrien nach Constantiuopel viele Orte vor, welche sowohl durch dieBarbaren seines eigenen Heeres, wie durch die Flüchtlinge aus des Ma-ximus Heere zerstört waren. Beim Herannahen des Theodosius hatten sichLetztere in bedeutender Stärke in die Berge geworfen, von wo sie Räu-bereien ausführten. Theodosius unternahm es, mit nur 5 Begleitern denSchlupfwinkel derselben im Gebirge auszukundschaften, dann überfiel ersie sogleich mit den Truppen und machte sie grösstenteils nieder.Während aber seine jung ausgehobenen und erst neu ausgebildeten Sol-daten sich dem Jubel über den erfochtenen Sieg hingaben, wurden sieplötzlich von dem Reste der Räuber überfallen und nur durch den raschzur Hülfe herbeieilenden Promotus vor einer Niederlage gerettet.

, Im J. 392 wurde der bereits grosse Hoffnungen erweckende Valen-tinian durch seinen magister exercitus, den Franken Arbogast. ermordet,welcher nun seinen Freund, den Rhetor Eugenius, zum Kaiser aus-rief, in dessen Namen er das westliche Reich regieren wollte. Die Folgedavon war ein neuer Bürgerkrieg zwischen Theodosius und Eugenius.Arbogast, welchem Eugenius die Führung des Krieges übertrug, schloss