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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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GO. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 295

nach Thessalonica zu Theodosius. Kim besetzte Maximus die Pässe iuden julischen Alpen, um Theodosius das Vordringen nach Italien unmög-lich zu machen.

Theodosius, der die Partei Valentinian's ergriffen hatte, zog eingrosses Söldnerheer aus Bewohnern vom Taurus, Kaukasus und denUfern des Tanais (Don) und der Donau zusammen, denn die östlichenProvinzen hatten sich unter Valens sehr entvölkert. Zu diesen Söldner-schaaren stiessen noch sehr viele andere, Gothen, Hunnen, AlanenU.A., die stets gern bereit waren, gegen Sold und namentlich in Hoff-nung auf Beute und Plünderung zu Felde zu liegen. Theodosius aberorganisirte sie nach römischer Weise, gab ihnen erfahrene römischeOffiziere, um ihnen römische Taktik und römische Kriegsdisciplin beizu-bringen, und bildete sich so ein regelrecht geschultes Heer aus lauterBarbaren, welches unter seiner persönlichen Anführung vier der ältestenund besten von seinen Feldherren befehligten : Promotus, Timasius,A r b o g a s t und B i c i m e r.

Als Alles bereit war, brach Theodosius mit seinem Heere in 3 Co-lonnen durch Oberpannonien und Macedonien nach Italien auf. Zurselben Zeit hatte Maximus auf das Gerücht, dass Valentinian von der Seeher an der Küste Italiens landen werde, seine Truppen aus den Alpen-pässen gezogen, auf Schiffe gesetzt, und ihnen befohlen Valentinian zuergreifen. Er selbst theilte seine Hauptmacht in 2 Theile, deren jederder Armee des Theodosius überlegen war, überschritt die Alpen undschickte nun den einen Theil auf Siscia an der Save, den anderen nachPätorio an der Drau in Pannonien. Das Alles war sehr unverständigund fehlerhaft von seiner Seite, und durch seine überlegenen Kräftekeineswegs gerechtfertigt.

Theodosius dagegen rückte mit seiner zusammengehaltenen Machtzwischen beiden Flüssen Sau und Drau rasch vor, und fiel zuerst an demersteren bei Siscia unvermuthet über den Heerestheil des Maximus her,welchen er auf's Haupt schlug. Sofort marschirte er ebenso schnell mitseiner gesammten Macht auf Pätorio an der Drau und bezog dem Lagerdes Feldherrn des Maximus, Marcellinus, in welchem dieser mit deinanderen, vorzugsweise aus den auserlesensten und besten Truppen zu-sammengesetzten Heerhaufen stand, gegenüber ein befestigtes Lager. Amdritten Tage griff Theodosius zuerst den Marcellinus an, es kam zwischenihnen zu einer hitzigen Schlacht in offenem Felde, bei Pätorio, die vomMorgen bis zur Nacht währte. Marcellinus vertheidigte sich mit unge-wöhnlicher Hartnäckigkeit und Ausdauer erfolgreich gegen die heftigstenAngriffe des Theodosius. Endlich aber wurden ungeachtet seiner ge-schickten Anordnungen und der verzweifelten Tapferkeit seiner Truppendoch seine Linien durchbrochen, seine Truppen umzingelt, in Verwirrung