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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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294 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Ländereien erhielten, so begannen die Gothen dafür nun Hülfstruppenzu den römischen Heeren zu stellen, und hiermit endete (383) der für dasrömische Reich so beschwerliche und gefährliche Krieg mit den Gothen.

In demselben J. 383 sah Theodosius sich genöthigt, durch seineFeldherren im Osten die Araber (Sarazenen) für ihre Einfälle zu züchtigen,die vereinigten Hunnen und Perser aber, welche Edessa vergeblich be-lagert hatten, aus Mesopotamien zu verjagen. Diese letztere Unterneh-mung führte der Feldherr Ricimer (384) mit Ehren aus.

Im J. 385 wurde der Friede im Orient durch Nichts gestört; imJ. 386 aber traten die Ostgothen oder Greuthungii, welche seit 10 Jahrendurch die Hunnen vom nördlichen Schwarzen Meere verdrängt wordenund zur Donau gezogen waren, wobei sich die Völker, deren Gebiet siepassirten, ihnen angeschlossen hatten, unter Anführung ihres FürstenOdotheus mit dem Verlangen gegen Promotus, den römischen Prä-fekten von Thracien, hervor, dass er sie über die Donau lassen solle.Promotus zog eilends seine Truppen zur Verteidigung der Donau zu-sammen. Da er aber schwächer war als der Feind, so griff er zur List:er schickte einige der gothischen Sprache mächtige Soldaten zu den Go-then, denen sie versprechen sollten, das römische Heer durch Verrath inihre Hände zu liefern. Zuerst forderten diese Soldaten von den Gotheneine bedeutende Geldsumme, endlich wurde man von beiden Seiten aufdie Hälfte einig. Dann kehrten die römischen Soldaten in ihr Lagerzurück, theilten dem Promotus Alles mit, und nun wurde den Ostgotheneine dunkle Nacht zum Angriff auf das römische Lager bestimmt.

Indessen hatte Promotus alle Maassregeln ergriffen, um den Ost-gothen entgegen zu treten: er brachte eine Menge von Barken zusammen,welche er längs des rechten Ufers in 3 Linien aufstellte, befahl, dass diegrösste Stille beobachtet würde, und gab dann , als Alles bereit war, dasverabredete Zeichen. Die Tapfersten der Ostgothen stiessen sogleich inKähnen vom linken Ufer ab, ihnen folgten alle erwachsenen Männer, nurGreise, Weiber und Kinder blieben am linken Ufer zurück. In der Mittedes Stromes aber wurden die Ostgothen auf allen Seiten von den römi-schen bewaffneten Schiffen umringt, ihre schlechten Kähne umgeworfenund versenkt, und ein grosser Theil der Ostgothen ertrank hierbei, unterihnen Odotheus selbst, nur wenigen gelang es sich zu retten. Theodosiusbegnadigte sie und wies ihnen Ländereien zum Wohnsitze an, wodurcher sie zu dankbaren und ergebenen Unterthanen machte.

Während dessen hatte im Abendlande Maximus zum Kriege gegenValentinian IL gerüstet und drang im J. 387 mit einem zahlreichen Heereaus Gallien über die Alpen nach Italien vor; bald hatte er ohne Schwert-streich alle Provinzen Valentinians in Besitz genommen, dieser flüchtetemit seiner Mutter Justina von Mediolanum nach Aquileja, und von da