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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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00. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 293

gern, Aläthaens und Saphrax ging über die Donau zurück, ein andererin Thracien verbleibender unterwarf sich dem Tlieodosius und stelltedemselben Geiseln.

Um diese Zeit wurde der Feldherr des Tlieodosius, Mo da res oderModair, Gothe von Geburt, der in Folge eines Streites mit Fritigern inrömischen Kriegsdienst getreten war, nach einer anderen Seite gegendie Gothen geschickt. Auf geheimen Wegen näherte sich Modares unbe-merkt dem Lager der Gothen, und zur Nacht, als sie von Wein trunkenin tiefem Schlafe lagen, überfiel er sie plötzlich und machte sie sämmt-lich nieder, nahm ihr ganzes Gepäck, und versetzte ihre Weiber, Kinderund Sklaven in römische Provinzen.

Solchergestalt war schon gegen Ende 379 Thracien durch Theodosiusvollkommen von den Barbaren befreit. Demnächst nahm er sich mitEifer in seinen Provinzen der Befestigung, einer guten Verwaltung imInnern und der Sicherheit nach Aussen an und schlug im J. 380 den überdie Donau zurückgegangenen Gothen vor, unter gleichen Hechten mit denrömischen Soldaten in römische Kriegsdienste zu treten. Die Gothengingen darauf ein und kamen über die Donau in solcher grossen Zahl an,dass diese die Anzahl der römischen Truppen weit übertraf. Theodosiusaber rief die in Aegypten stehenden Legionen herbei und ersetzte siedurch ein starkes Corps der Gothen unter dem Befehl des Persers Hor-misdas, der in den Feldzügen Julian's in Persien im J. 363, und gegenden Empörer Procopius sich bereits ausgezeichnet hatte. Die nach Thra-cien übersiedelten Gothen ergaben sich auf's Neue ihrer Neigung zumPlündern und Verwüsten, nicht allein in Thracien, sondern auch in Pan-nonien. und waren den jenseits der Donau befindlichen Barbaren zumUebergang auf das rechte Donauufer behülflich. Gratian besiegte sie inmehreren Treffen und schloss einen theilweisen Frieden mit ihnen,welchem auch Theodosius beitrat. Fritigern dagegen, der in diesenFrieden nicht eingeschlossen war, und ebenso Alathaeus und Saphrax,trennten sich von ihnen und zogen nach Thessalien, um Achaja (Griechen-land) zu verheeren. Theodosius aber besiegte ihn in mehreren Gefechtenund trieb ihn, wie Alathaeus und Saphrax über die Donau zurück.

Im J. 381 war Theodosius genöthigt, abermals aus Constantinopelzu einem Feldzug gegen die Hunnen, Alanen und andere Völker aufzu-brechen, welche über die Donau eingefallen waren, er schlug sie undtrieb sie über die Donau zurück. Gleichzeitig hatten die Feldherren Gra-tian's, die Franken Bauto und Arbogast, auch jene Gothen, welchein Macedonien und Thessalien eingefallen waren, zum Rückzuge durchThracien über die Donau gezwungen. Da diese aber unablässig von denHunnen bedrängt wurden, so versetzte Theodosius sie im J. 382 nach Thra-cien und Mösien, welche Länder schon ganz entvölkert waren. Da sie hier