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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldziige der Körner in dieser Periode. 2S1

und vertheidigte sich mit ungewöhnlicher Ausdauer. Endlich aber wurdedie Stadt doch, vorzugsweise mit Hülfe * sehr geschickter Minenarbeiteneingenommen und dann geschleift, die Einwohner aber niedergehauen.Diese glückliche Einnahme von Maogamalcha, trotz ihrer hohen unddicken Mauern und Thürme, hielt Julian's Armee für eine so ausser-gewöhnliche That, dass von da an sie für sich Nichts mehr für unmög-lich hielt.

Je mehr sie sich Ctesiphon näherte, desto wohlhabender und frucht-barer wurde das Land. Unweit von Seleucia gab Julian der Armee zweiRuhetage. Hier in der Nähe von Ctesiphon hielt die persische leichteReiterei die römische Vorhut stets in Athem, ja selbst die Hauptmachtdes römischen Heeres griff sie in Flanken und Rücken an, wobei es ihrgelang viele Gefangene zu machen.

Dreissig Stadien von Seleucia lag das feste Schloss Sabatha. Julianbeschloss, sich in dessen Besitz zu setzen, nahm es nach heissem Kampfemit den Persern und zerstörte es von Grund aus.

Um aber nach Ctesiphon zu gelangen, musste erst noch der Tigrisüberschritten werden. Nun entstand die Frage, was mit der römischenFlotte zu thun sei. Sie auf dem Euphrat lassen, hiess sie der Gefahraussetzen, von den Persern weggenommen zu werden, und die Armeeder Lebensmittel und Kriegsmaschinen berauben, welche sich auf derFlotte befanden. Sie den Euphrat hinabfahren lassen und dann den Ti-gris wieder hinauf, das hätte Flotte und Heer in noch grössere Gefahrgebracht. Julian aber wusste aus seiner Kenntniss der Geschichte derKriege der Vergangenheit, dass Trajan einen schiffbaren Canal oberhalbCtesiphon aus dem Euphrat hatte zum Tigris graben lassen. Dieser Ca-nal wurde halb verschüttet und zerstört aufgefunden, er Hess ihn reinigen,und, obgleich mit vieler Mühe und Anstrengung, es gelang ihm schliess-lich durch denselben seine ganze Flotte vom Euphrat zum Tigris über-zuführen.

Nun aber entstand eine neue und grössere Schwierigkeit: die Armeemusste den Tigris überschreiten, welcher an dieser Stelle breit undreissend, und dessen steiles felsiges linkes Ufer mit Schanzen bedecktund von zahlreichen persischen Truppen vertheidigt war. Bei diesemAnblick schwand der römischen Armee der Muth, und dies um so mehr,da sie neben sich eine Menge von Canälen sah, von der rechten Seite her,wie ein Gerücht ging, in Geschwindmärschen noch ein zweites Perser-heer im Anzüge sein sollte, in ihrem Rücken aber das verheerte und aus-gesogene Land durchaus keine Lebensmittel mehr zu liefern vermochte.

Um den Muth in seinen Soldaten neu zu beleben, beschäftigte Juliansie mit kriegerischen Spielen und Festen, er selbst aber traf insgeheim