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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der ßüraer in dieser Periode. 275

(Rhone) seinen Aufenthalt hatte. Allein an einer raschen Eröffnung desFeldzuges ward er im J. 361 durch Einfälle der Alemannen gehindert,welche durch den mit Sapor im Kriege liegenden Constantius dazu auf-gereizt worden waren. Um selbst nicht dadurch aufgehalten zu werden,sendete er den comes oder Grafen Libinio mit 2 der besten gallischenLegionen gegen die Alemannen. Dieser aber wurde bei dem heutigenSäckingen besiegt und getödtet, worauf Julian den alemannischen KönigVadomar gefangen nehmen und nach Hispanien bringen Hess, welcher,obgleich Julian's Verbündeter, dennoch gleichzeitig mit Constantius ingeheimer Verbindung gestanden hatte. Dann ging Julian über den Rhein,überfiel rasch und unvermuthet die Alemannen, brachte ihnen eine ent-scheidende Niederlage bei und sicherte dadurch die Grenzen des Reichesnach dieser Seite (361).

§. 416.Krieg mit den Persern (362363).

Von dem Zuge gegen die Alemannen nach Sudgallien zurückgekehrt,Hess Julian sich von seinem Heere den Eid der Treue leisten, ernannteseinen Vertrauten, Sallustius, zum praefectus praetorio oder Civil-gouverneur von Gallien und setzte sich mit 23,000 Mann in 3 Colonnennach Sirmium in Illyrien in Marsch. Auf dem Wege dorthin bemächtigteer sich aller Vorräthe des Constantius und aller Bergpässe, sowie allerdieselben besetzt haltenden Truppenabtheilungen, welche durchauskeinen Angriff erwartet hatten. Alle Städte öffneten ihm die Thore, alleBewohner- des Landes erklärten ihm ihre Unterwerfung und Ergebenheit,sogar nicht unterworfene Barbarenstämme sendeten ihm Hülfstruppen,mit einem Worte, sein Feldzug glich einem Triumphzuge. Ohne Mühesetzte er sich in den Besitz der wichtigen Städte Bononia (Bologna) undSirmium, sowie des Gebirgspasses, der nach Thracien führte. Rom,Italien, Macedonien, Griechenland, im höchsten Grade unzufrieden überdie Erpressungen des Constantius, erklärten sich für Julian. Die Gold-und Silberminen Illyrieivs lieferten ihm die nöthigen Mittel zur Auszah-lung des Soldes an die Truppen. Der Aufruhr der Legionen, welchesich weigerten, aus Panuonien nach Gallien zu gehen, und sich nachAquileja geworfen hatten, veranlasste ihn, den Präfekten Jovinus zurBelagerung dieser Stadt zu entsenden.

Die Nachricht von all' diesen Erfolgen Julian's bewog Constantiuszur Einstellung des Krieges gegen Sapor, um sich gegen Julian zu wen-den. Seine Feldherren hatten in Thracien ein Heer gesammelt undsuchten dem Vordringen Julian's Halt zu gebieten. Sapor, alt und desKrieges müde, kehrte nach Persien zurück, Constantius ging mit seinen

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