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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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2 74 IV. Von Augustus bis zum Untergange des Weströinichen Reiches.

fortgeführt. Nach dieser Züchtigung aber trat Julian in Unterhandlungenmit ihnen ein und bewilligte ihnen den Frieden unter denselben Be-dingungen wie ihren Nachbaren. Dann kehrte er über den Rhein zurückund führte seine Armee in Winter-Lager.

Seine 4 ersten Feldzüge in Gallien und Germanien waren die glän-zendsten seiner ganzen kriegerischen Laufbahn.

§.415.Fünfter Feldzug Julian's (361).

Während Julian in den Jahren 358359 in Gallien und GermanienKrieg führte, hatte Constantius im Osten den aufs Neue gegen ihn auf-gestandenen Sapor zu kämpfen gehabt, den Krieg aber nicht selber,sondern durch seinen Feldherrn, und sehr unglücklich geführt.Sapor, vor Nisibis zurückgewiesen, wandte sich zu den Quellen desEuphrat, TJrsicinus aber, der Feldherr des Constantius schlug den Wegnach Samosata und zu den Brücken über den oberen Euphrat bei Zeugina undCapersana ein; auf dem Marsche dahin ward er jedoch von der Avant-garde Sapor's geschlagen und rettete sich mit Mühe nach Edessa, derHistoriker Amnranus Marcellinus dagegen entkam nach Amida, wo6 Legionen und 20,000 Mann Hülfstruppen lagen. Sapor vermochtelange Amida nicht einzunehmen, endlich gelang ihm die Eroberung durcheinen plötzlichen Sturmangriff, und da er bei der Belagerung und Ein-nahme dieser Stadt an 30,000 Mann eingebüsst hatte, so zog er sichwegen der vorgerückten Jahreszeit (gegen Ende 359) über den Tigriszurück.

Constantius, .der dem magister peditum Agilo aufgegeben hatte,Sapor aufzuhalten, Hess dem Julian den Befehl zugehen, seine 4 bestenLegionen, aus Herulern, Batavern und Galliern bestehend, nach demOrient zu schicken, und den von Julian zur Unterwerfung der Pikten undScoten in Caledonien (Schottland) nach Britannien entsendeteii PräfektenLupicinus nach Gallien zurückzuberufen.

Es wurde schon früher (§. 406) erzählt, dass die für den Orient be-stimmten Legionen Julian's sich dem widersetzten und Julian zum Kaiserausriefen, und was dann in Folge dessen weiter geschah. Während dieUnterhandlungen zwischen Constantius und Julian sich das ganze Jahr360 resultatlos hinschleppten und der Erstere den Krieg gegen Saporfortsetzte, überschritt Julian zum vierten Male den Rhein und züchtigtedas Volk der Attuarier für die Verheerung der Grenzen Galliens. Dann,da er sah, dass seine einzige Rettung in dem Kriege gegen Constantiusliege, begann er sich mit Eifer zu demselben zu rüsten, indem er seineStreitkräfte in Südgallien zusammenzog, wo er in Vienna am Rhodanus