59. Die wichtigsten Kriege und Feklzüge der Eömer in dieser Periode. 273
erblühte wieder, seine Einkünfte vermehrten sieh. Und wenn auch dieSiege und Erfolge Julian's am Hofe des Constantius nicht hinlänglichgewürdigt wurden, ja sogar viele Neider gegen ihn erregten, so lohnteihm doch andererseits reichlich die Liebe seines Heeres und die Ergeben-heit Gallien's.
§. 414.Vierter Feldzug Julian's (359).
Trotz der von Julian über die rheinischen Alemannen erhaltenen Er-folge war doch ein grosser Theil derselben noch nicht unterworfen undspottete in unzugänglichen Waldungen der römischen Waffen. Um dieSitten und Gebräuche dieser Völker und das von ihnen bewohnte Landnäher kennen zu lernen, schickte Julian einen seiner Tribunen, der dieSprache der Alemannen gut verstand, zu dem Könige Hortarius, unterdem Vorwande. Verhandlungen mit ihm anzuknüpfen. Inzwischen aberhatte er sein Heer zusmmengezogen und den Wiederaufbau der durch dieGermanen zerstörten oder verwüsteten Städte am Rhein vollendet. Vondem zurückgekehrten Tribunen über alles Wissenswerthe unterrichtet,rückte er mit seiner Armee nach Mogontiacum (Mainz). Jenseits dieserStadt, in dem Lande des den Römern verbündeten Königs Suomarus,hatte ein starkes Heer der Alemannen ein Lager bezogen. Julian, derdie Absicht hatte, das Gebiet des Suomarus vor Verwüstung zu bewahren,zog am linken Rheinufer hinauf, das Heer der Alemannen auf demrechten. Nach dreitägigem in dieser Weise ausgeführten Marsche bezogdie römische Armee ein befestigtes Lager, und in der Nacht entsendeteJulian 300 auserlesene Krieger unter ausgezeichneten Anführern auf dasrechte Ufer. Der grösste Theil der Fürsten und Anführer des alemanni-schen Heeres war bei Hortarius zu einem Gastmahl geladen, auf demHeimwege von dort nach dem Lager wurden sie von dem römischen De-tachement angegriffen. Ihr Gefolge ward niedergemacht, die Fürsten undAnführer selbst entkamen durch die Schnelligkeit ihrer Pferde und Dankder Finsterniss der Nacht. Dies verursachte im Lager der Alemannensolchen Schrecken, dass sie, in dem Wahn, das ganze römische Heerrücke gegen sie an, sich zur schleunigsten Flucht wandten in das Innereihres Landes.
In Folge dessen überschritt Julian ungehindert den Rhein, führteseine Armee in grösster Ordnung durch das Gebiet des Hortarius undverwüstete das feindliche' Land. Zwei Könige desselben unterwarfensich und erhielten den erbetenen Frieden, die übrigen, welche an derSchlacht bei Argentoratum theilgenommen hatten, wurden mit ihrem Ge-suche abgewiesen, ihr Land verwüstet und eine Menge Gefangener daraus
Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,5. 18