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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 271

Iian, Cönstantius jedoch schrieb sie sich zu. Julian war, nachdem eralle Beute und die Gefangenen nach Divodurum (h. Metz) geschickthatte, fest entschlossen, seine Erfolge auch jenseits des Rheins auszu-beuten, und als das Heer, von den vorhergegangenen Anstrengungen undBeschwerden erschöpft, hiermit unzufrieden schien, sprach er zu dem-selben : »es genügt nicht, den Feind zurückgeschlagen zu haben, es giltnoch, Rache zu nehmen für alle von ihm erlittene Beschimpfung und Ver-wüstung, und nachdem er einmal besiegt ist, wird es nicht schwer sein,ihn gänzlich zu vertilgen ! « Diese Worte des von Allen geliebten Feld-herrn fanden die Zustimmung seiner Armee, und sie ging nun über denRhein auf einer Schiffbrücke bei Mogontiacum (Mainz). Die durch sie imeigenen Laude bedrohten Alemannen schienen anfänglich zur Unterwer-fung geneigt, bald aber sammelten sie sich in grosser Zahl und fordertenunter Drohungen den schleunigen Abzug des Römerheeres. Statt allerAntwort entsendete Julian S00 Mann Kerntruppen den Main hinauf,welche beide Ufer mit Feuer und Schwert verheerten. Die Alemannenzogen sich in die Tiefe ihrer dichten Wälder zurück. Bei weiterem Vor-rücken erfuhr Julian von Ueberläufern. dass die Alemannen in diesenWäldern einen Hinterhalt gelegt hätten, um auf dem einzigen geradedurch den Wald führenden Wege das römische Heer von allen Seitenanzufallen und vernichten. wie die Legionen des Varus im TeutoburgerWalde. Aber nicht dies, sondern die vorgerückte Jahreszeit und der be-reits fallende Schnee veranlasste Julian Halt zu machen, er stellte einvon Trajan erbautes, von den Germanen zerstörtes Castell wieder herund versah es mit einer Besatzung. Allein die Germanen baten umFrieden schon vorher und versprachen, diese Garnison in Ruhe zu lassenund ihr Lebensmittel zu liefern. Damit eudete der zweite FeldzugJulians.

Während dessen war der Präfekt Severus von Julian mit einemTruppencorps gegen die etwa 1000 Mann starken. Franken an die MosaiMaas) nach Belgien entsandt worden. Die Franken warfen sich bei derAnnäherung des Severus in zwei verlassene Schlösser an der Mosa, wosie sich hartnäckig vertheidigten. Julian selbst begab sich zu des Se-verus Truppencorps und betrieb die Belagerung mit grosser Thätigkeittrotz der Winterszeit. Die Belagerung währte im December und Januar54 Tage lang, dann zwang der Hunger die Franken sich zu ergebeu.Diese ersten gefangenen Franken schickte Julian an den Cönstantius,der sie seiner Leibwache einverleibte.

Die übrige Zeit des Winters brachte Julian in Lutetia Parisiorum zuh. Paris).