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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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270 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

über deren einen die Germanen unbedingt zurückgehen mussten. Dervollste Erfolg krönte dieses Unternehmen: die Leten wurden fast gänz-lich aufgerieben und alle von ihnen gemachte Beute ihnen wieder abge-nommen. Nur ein kleiner Theil derselben rettete sich nach der Seitehin, wo Barbatio stand, der ihnen verrätherischer Weise freien RückzugHess; die Alemannen zogen sich auf die liheininseln zurück. Julianverlangte von Barbatio 7 Barken, um Truppen nach dieser Insel über-setzen zu können; aber als dieser aus Missgunst es ablehnte, setzte Ju-lian mit einem Theil seiner Truppen durch eine Furt zur nächsten Inselüber, die anderen schwammen auf ihren Schilden hinüber, der Rest be-nutzte vorgefundene Schiffe zur Ueberfahrt zu den anderen Inseln.Solchergestalt wurden die Alemanuen theils niedergemacht, theils vondiesen Inseln vertrieben und erreichten das andere Rheinufer. Julianstellte ungesäumt die von ihnen verheerte Stadt Sabrina (h. Zabem oderSaverne) wieder her und legte eine starke Besatzung hinein. Barbatioaber, der auf einer Schiffbrücke über den Rhein gehen wollte, wurde vonden Alemannen geschlagen und bis Basilia verfolgt. Dieser Sieg er-füllte die Germanen mit solchem Stolze, dass sieben von ihren Königenihre Kräfte vereinigten, sich dem Rheinufer in der Nähe von Argentora-tum näherten und den Julian aufforderten, das von ihnen unterworfeneLand zu räumen, wobei sie ihm zugleich Briefe von Constantius an siegerichtet vorzeigten, in welchen sie zur Zeit des Magnentius aufgefordertworden waren in Gallien einzufallen und ihnen dafür die Gebiete. derensie sich bemächtigen würden, zugesprochen wurden.

Julian behielt ihre Gesandten in seinem Lager bei Sabrina, indessenwuchsen die Streitkräfte der Germanen mit jedem Tage an. Drei Tageund drei Nächte gebrauchten sie zum Uebergange über den Rhein, dannlagerten sie sich in der Ebene von Argentoratum in Schlachtordnung, dieRömer kühn zum Kampfe herausfordernd. Als Julian dies vernahm,brach er mit seinem Heere von Sabrina nach Argentoratum in Schlacht-ordnung auf: nach 6 ständigem Marsche wollte er seinen Truppen kurzeRuhe geben, sie aber von Kampf begier entbrannt, baten Julian, sie sofortgegen die Germanen zu führen. Es kam zu einem heissen und blutigenKampfe: die römische Reiterei wurde besiegt, das Fussvolk aber be-währte den alten Ruhm, und die Tapferkeit der Bataver entschied denSieg. Die Alemannen wurden mit ungeheurem Verluste auf's Hauptgeschlagen: der vornehmste ihrer Fürsten, Chnodomarus, fiel auf derFlucht in die Hände der Römer, er wurde in Fesseln zu Constantius ge-schickt, der ihn nach Rom sendete, wo er starb. Julian hatte nur 247Todte verloren.

Dieser entscheidende Sieg befreite Gallien und stellte dessen alteGrenzen wieder her. Die ganze Ehre dieser Erfolge gebührte dem Ju-