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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldziige der Römer in dieser Periode. 269

Brocomagus 'dem h. Brumpt) einen leichten Sieg über die Feinde undtrieb sie auf eine Rheininsel. Dann brach er ungesäumt nach Colonia(Köln) auf, das schon seit 10 Monaten durch eine Verheerung der Ger-manen in Ruinen lag, baute es wieder auf, befestigte es und legte einestarke Besatzung hinein.

Während dessen war der germanische Stamm der Jutongen oderJutungen über die obere Donau in das römische Gebiet eingedrungen.Constantius zog ihnen aus Mediolanum (Mailand) durch Rhätien ent-gegegen. Julian rückte zu gleicher Zeit am linken Rheihufer hinauf bisBasilia (Basel), um ihnen den Rückzug zu verlegen. Sie wurden in ihreHeimath zurückgedrängt, die Letztere aber mit Feuer und Schwert ver-wüstet. Von allen Seiten angegriffen, waren sie gezwungen um Friedenzu bitten, der ihnen auch bewilligt wurde, worauf Constantius nach Me-diolanum, Julian aber nach Agendicum h. Sens) zurückging, wo er auchden Winter zubrachte.

§.412.Zweiter Feldzug Julian's (357).

Während er noch mit Vorbereitungen zu dem Feldzuge des kom-menden Jahres beschäftigt war, belagerten ihn die Germanen in Agen-dicum, indem sie umsomehr auf Erfolg hofften, als Julian, wie ihnen be-kannt war, aus Mangel an Proviant seine Kräfte getheilt hatte. Er abersetzte sich 30 Tage lang so hartnäckig zu Wehre, dass die Germanenendlich die Belagerung aufhoben.

Da Julian von Constantius Vollmacht,dazu erlangt hatte, so ver-stärkte er während des Winters seine Armee in ansehnlicher Weise undstellte nach der Belagerung in Agendicum auf der ganzen Linie vomRhein bis zu dieser Stadt Beobachtungsabtheilungen auf, welche durchlautes Geschrei einander Meldung vom Uebergange der Germanen überden Rhein machen sollten.

Auf diese Weise konnte Julian, sobald er von einem Einfall derGermanen hörte, sofort nach Durocorturum aufbrechen. Zur selben Zeithatte Constantius den Präfekten Barbatio mit 25,000 Mann aus Italiennach Basilia geschickt, um die Germanen zwischen zwei Heere zubringen. Die Leten indessen, die sich den Alemannen verbündet hatten,gingen rasch zwischen beiden Armeen sogar bis nach Lugdunum(h. Lyon) vor, von der Absicht auf Plünderung dieser reichen Stadt ge-trieben: Auf die Kunde hiervon schickte Julian sogleich seine dreibesten Reitergeschwader zur Besetzung der drei Rheinübergänge voraus,