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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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268 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

wie als geschickter Feldherr neben die besten römischen Kaiser gestelltzu werden verdient, dass er aber bis zu seiner Taufe kurz vor seinemTode sich oft gezwungen sah, seine Pläne mit Hinterlist und Grausam-keit durchzusetzen.

§.411.

Kriege und Feldzüge Julian's (356363).

Erster Feldzug (356).

Die unaufhörlichen Einfälle der Franken, Alemannen und Sachsenin Gallien bewogen endlich den Kaiser Consta ntius (337361), denzweiten Sohn Constantin d. Gr., seinen Vetter Flavius Julianus zumCäsar zu ernennen und ihm die Sicherung Galliens gegen die Einfälle derGermanen zu übertragen.

Julian, in der schweren Schule des Unglücks, unter dem Druckeeiner tyrannischen Regierung erzogen, hatte sich in Athen eine hohe undvielseitige Bildung angeeignet; gleich von Anbeginn seiner Kriege undFeldzüge zeigte er sich als ausgezeichneten Feldherrn. In kurzer Zeithatte er seine kriegerische Ausbildung vollendet, seine ihm unterstelltenTruppen und Provinzen, wie die Feinde, mit welchen er zu kämpfen ge-zwungen war, gründlich kennen gelernt, und schon in seiner erstenCampagne weit diejenigen überragt, welche der misstrauische Constan-tius ihm als Rathgeber und Aufpasser zur Seite gestellt hatte. In denTruppen stellte er die gelockerte Disciplin wieder her, wobei er in jederHinsicht ihnen mit dem besten Beispiele voranging. Seine weise undmilde Verwaltung Galliens erwarb ihm die Dankbarkeit der Bewohnerin hohem Grade. Von den Germanen verwüstet, erblühte das Land vonNeuem, Paihe und Sicherheit herrschten in demselben.

Julian hielt sich noch zu Vienna auf, als er erfuhr, dass die Ale-mannen über den Rhein gegangen seien und Augustodunum (h. Troyes)belagerten; sofort brach er zum Entsatz dieser Stadt auf. Bei seinerAnnäherung hoben die Alemannnen die Belagerung auf und zogen sichzum Rhein zurück. Dem Rathe seiner Umgebung entgegen beschlossJulian die Alemannen durch seine leichten Truppen zu verfolgen. Aufdem kürzesten Wege marschirte er nach Augustodunum und erreichte vonda in unaufhörlichen kleinen Treffen, welche das Selbstvertrauen in denLegionen herstellten, Durocorturum (h. Rheims , wo die Hauptmachtseines Heeres wieder zu ihm stiess, welche auf bequemerem Wegedorthin marschirt war. Von dort wandte er sich zu dem heutigen Dieuzegegen die Alemannen, und obgleich seiner Arrieregarde aus einemHinterhalte einiger Verlust zugefügt wurde, so erfocht dafür Julian bei