59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Kömer in dieser Periode. 267
Stelle des einen prätorianischenPräfekten, der früher so oft denKaisern schädlich, ja verderblich gewesen war, setzte er deren vier ein,beschränkte aber ihre Macht erheblich, bestimmte für einen jeden seinebesondere Diöcese, in welcher er hinsichtlich der bürgerlichen Verwal-tung zu herrschen hatte; die militärische Gewalt dagegen, nahm er ihnenab und übertrug sie auf zwei magistri militum, welche hinwiederumin bürgerlichen Angelegenheiten keine Stimme hatten, u. s. w.
Die letzten 5 Regierungsjahre Constantin's (332—336) wurden durchhäufige Einfälle der Barbaren beunruhigt. Gegen die Gothen zog erselbst zu Felde und besiegte sie, und als sie ihre Einfälle wiederholten,schickte er seinen ältesten Sohn Constantinus gegen sie. Dieser Letztererieb ihrer an 100,000 auf, die theils in Kämpfen, theils durch Hungerund ansteckende Krankheiten umkamen. Endlich wurde infolge derdurch den Kaiser selbst mit Klugheit geführten Unterhandlungen derFriede mit diesem zahlreichen und kriegerischen Volke wieder herge-stellt.
Die Sarmaten, welche die römischen Grenzprovinzen an der Donaugleichfalls ausplünderten, wurden besiegt und abgewehrt. Als sie dar-nach in einen Krieg mit den Gothen verwickelt und von diesen besiegtwaren, baten sie Constantin um Hülfe. Nun wurden 300,000 von ihnenmit Weibern und Kindern nach Thracien, Macedonien und Italien ver-pflanzt, ihre junge Mannschaft aber unter die Legionen vertheilt.
Im letzten Jahre endlich seiner Regierung, 336, sah Constantin sichnochmals gezwungen gegen die Perser zu den Waffen zu greifen, derenKönig Sapor II. verlangte, dass ihm die 5 Provinzen zurückgegebenwürden, welche seinem Vorgänger Narses entrissen worden waren. Con-stantin Hess auf dieses Ansinnen erwidern, dass er dem Sapor die Ant-wort persönlich sagen werde, er zog auch demzufolge mit einem zahl-reichen Heere zu Felde und gelangte bis Nicomedia. Von hier entsandteer eine Gesandtschaft an Sapor der bereits den Tigris überschritten hatteund Mesopotamien verwüstete. Es ist ungewiss, ob ein Frieden zuStande kam, aber die Perser verliessen das römische Gebiet und zogensich in ihr eigenes zurück.
Im folgenden Jahre, 337 am 22. Mai, starb Constantin zu Achyronbei Nicomedia, im 64. Jahre seines Lebens und 31. seiner Regierung,nachdem er sich vorher noch hatte feierlich taufen lassen. Die beidenHaupthistoriker und Biographen Constantin's, der Heide Zosimas und derChrist Eusebius schildern ihn vollkommen verschieden, der Letztereebenso günstig, wie der Andere ungünstig über ihn urtheilend. Eineunparteiische Würdigung seiner Thaten muss aber jedenfalls anerkennen,dass er unzweifelhaft von Natursehr begabt war und als weiser Herrscher