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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Körner in dieser Periode. 265

dingung die Absetzung des von Licinius ernannten Cäsars Valens ver-langte, was Licinius nicht bewilligte, so kam es zwischen Philippopelund Adrianopel zu einer neuen Schlacht zwischen Constantin und Lici-nius. Obgleich sie ohne entscheidendes Resultat blieb, wurde doch dieForderung Constantin's erfüllt: Valens ward abgesetzt, Licinius aber er-hielt zufolge eines zu Adrianopel mit Constantin abgeschlossenenFriedensvertrages in Europa nur die Herrschaft über Thracien, Nieder-mösien und Kleinscythien auf dem rechten Ufer der unteren Donau,während er alle übrigen Provinzen des Ostens an Constantin abtretenmusste (314). Drei Jahre später, im J. 317, einigten sich Constantin undLicinius dahin, dass ihre Söhne zu Cäsaren ernannt wurden, obgleichbeide: der jüngere Sohn Constantin's, Namens Constantius, und dereinzige des Licinius, der Licinianus hiess, noch Kinder waren.

Aber das gute Einvernehmen zwischen Constantin und Liciniuskonnte nicht von langer Dauer sein, da der Erstere die Christen be-schützte, während der Letztere sie grausam verfolgte. Die Erbitterungzwischen beiden Kaisern stieg daher mehr und mehr, und 8 J. nach demFrieden zu Adrianopel, im J. 32-3 führte sie zu einem neuen Kriegezwischen Beiden (dem 19. römischen Bürgerkriege), welchen man denersten christlichen Religionskrieg nennen kann. Die Haupt-absicht des Constantius ging dahin, dem Licinius die Herrschaft zur Seezu entreissen, zu diesem Zwecke sammelte er in dem Hafen des Piräeusan 200 Kriegs- und an 2000 Transportschiffe, bei Thessalonica aber einLandheer in der Stärke von 120.000 Mann zu Fuss und 10,000 Mann zuPferde. Licinius stellte dagegen seinerseits 400 Kriegsschiffe am Ein-gange in den Hellespont iDardanellen) und 150.000 Mann zu Fuss und14,000 Reiter bei Adrianopel auf. Beide Kaiser befanden sich bei ihrenLandheeren ; Constantin eröffnete zuerst die Feindseligkeiten durch einenplötzlichen Angriff auf das Heer des Licinius an einem Punkte, wo dieseres am wenigsten erwartete , da er seine Armee durch den Pluss Hebrushinreichend gesichert glaubte. In der sich hieraus im J. 323 entspinnendenSchlacht wurde Licinius total geschlagen, verlor 34,000 Mann an Todten,sein Lager wurde erstürmt, er selbst entfloh nach Byzantium; die Trüm-mer seines Heeres gingen zu Constantin über.

Dieser schloss nun den Licinius zu Lande in Byzantium ein undschickte seine Flotte unter dem Befehle seines Sohnes Crispus gegendie des Gegners. Abantus, der Befehlshaber der Flotte des Licinius,wurde in dem Eingang des Hellespont geschlagen, ein anderer Theildieser Flotte an der Küste Kleinasiens durch einen Sturm zerstört, undnun schloss Crispus auch zur See Byzantium ein. Licinius, zu schwachzur Gegenwehr, vermochte mit seinen besten Truppen aus Byzanz nachChalcedon zu entkommen. Den von ihm zum Cäsar ernannten Marti-