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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 263

tius auf's Haupt, warf einen grossen Theil derselben in die Tiber unddrängte den Rest auf die Brücke, wohin auch Maxentius floh. Die Mitteder Brücke hielt den Andrang der ungeheuren Masse der Fliehendennicht aus, und mit ihnen stürzte Maxentius in den Strom und ertrank.

Am folgenden Tage zog Constantin triumphirend in Rom ein, vorihm her wurde das abgeschnittene Haupt des von Allen gehassten Ma-xentius getragen. Da er den Sieg unter dem Zeichen des Kreuzes er-fochten hatte, so richtete Constantin zum Danke gegen Gott dieses äussereSymbol des christlichen Glaubens auf der Spitze des heidnischen Kapitolsauf und weihete Rom dadurch zum ersten Male Christo! Nur die nächstenAnhänger und Genossen des Maxentius wurden hingerichtet, alle Uebrigenbegnadigte Constantin, obgleich das Volk dringend ihre Hinrichtung for-derte. Die Ueberreste der aufrührerischen Prätorianer, der einzigenTruppe, welche Anhänglichkeit an die Sache des Maxentius gezeigthatte, wurden kassirt und in verschiedene Orte versetzt, ihr Lager an derPorta viminalis von Rom geschleift, alle übrigen Truppen des Maxentiusan die Donau und den Rhein gegen die Barbaren geschickt. Zu gleicherZeit setzte Constantin eine Menge von Senatoren und Consularpersonenin Freiheit, rief die Verbannten zurück, reinigte den Senat, stellte dessenfrüheren Glanz wieder her und erliess die weisesten und wohlthätigstenAnordnungen. Unter den zahllosen Dankbezeugungen, womit Senat undVolk Constantin d. Gr. überschütteten, verdient der Triumphbogen zuRom besonderer Erwähnung, der bis heute erhalten ist und dessen Auf-schrift Constantin als den G r ö s s t e n. F ro m m e n und G1 ü c k 1 i c h e n be-zeichnet.. Die Christenverfolgungen wurden eingestellt, den Christensogar volle Freiheit ihrer Religionsübungen auf dem ganzen Gebiete desrömischen Reiches eingeräumt.

Nach zweimonatlichem Aufenthalte in Rom hatte Constantin zu Me-diolanum eine Zusammenkunft und Besprechung mit Licinius, dannwandte er sich nach-Gallien, welches abermals durch die Franken be-droht wurde. Sein rasches Eintreffen hinderte sie an der Ueberschreitungdes Rheins, aber Constantin lockte sie durch eine Kriegslist auf das linkeUfer und schlug sie aufs Haupt. Die zahlreichen ihnen abgenommenenGefangenen Hess er, wie die früheren schon, den wilden Thieren vor-werfen . um die Franken und die übrigen Germanen von weiteren Ein-fällen in Gallien abzuschrecken (eine Grausamkeit, welche mit seinerStellung zum Christenthum wenig übereinstimmte'.

Nach dem Tode des Maxentius war das römische Reich nun unterdrei Kaiser getheilt, von denen Constantin die westlichen Provinzen undItalien, Licinius Illyrien und die davon östlich gelegenen europäischenBesitzungen beherrschte, während Maximin in Asien und Aegypten re-gierte. Nur in diesen letzteren Ländern fanden noch Christenverfolgungen