55. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Römer in dieser Periode. 259
Ungefähr um diese Zeit erschien Maximian in (Pallien, ernannte, umsein Bündniss mit Constantin noch mehr zu befestigen, diesen zum Au-gustus und vermählte ihn mit seiner Tochter Fäusta.
Während seiner Anwesenheit in Gallien traf Galerius daselbst ein,um für des Severus Tod an Maxentius Rache zu nehmen. Aber die durchMaxentius bestochenen Truppen des Galerius fielen grösstenteils vonihm ab, mit den übrigen ging er eilends nach Illyrien zurück, und nurmit grosser Mühe und indem er ihnen Plünderung und Morden erlaubte,konnte er diese bei sich festhalten.
Maxentius Uberliess sich so sehr seinem Hange zum Despotismus,dass selbst Maximian ihn stürzen wollte, da aber die Soldaten auf desMaxentius Seite standen, sah er sich genöthigt zu Constantin zu fliehen,und da er von diesem zurückgewiesen wurde ging er (im November 307)nach Nicomedien zu Galerius, der soeben an des Severus Stelle den Li-«inius zum Augustus ernannt und demselben Pannonien, Rhätien undItalien übergebeu hatte.
Im J. 308 dankte Maximian zum 2. Male ab und zog sich nachGallien zurück, der Cäsar Maximinus aber, durch die Ernennung desLicinius zum Augustus tief gekränkt, Hess sich selbst zum Augustus aus-rufen. Galerius erkannte ihn und Constantinus als Augustus an, sodass es wiederum im Reiche vier August! gab, der fünfte, Maxentius,wurde von ihnen als Usurpator betrachtet! Aber das half nur wenig:während Constantin mit der Abwehr eines erneuten Einfalls der Frankenin Gallien beschäftigt war, erhob Maximian sich dort zum dritten Mal,bemächtigte sich des kaiserlichen Schatzes, vertheilte diesen unter diezurückgebliebenen Soldaten und nahm auf's Neue den Purpur. Con-stantin, der soeben die Franken an den Ufern des Rheins geschlagenhatte, brach ungesäumt in Gewaltmärschen nach Cabillonum (h. Chälonssur Saöne) auf, schiffte auf dem Arar und Rhodanus ^Saone und Rhone)seine Truppen ein und fuhr die Rhone hinab bis Arelate, wo er auf Ma-ximian zu stossen hoffte. Dieser aber, zu schwach an Truppen, hattesich in Massilia (Marseillei eingeschlossen. Diese Stadt öffnete sogleichdem Constantin ihre Thore, sobald er vor denselben erschien, Ma-ximian ward durch die von ihm abfallenden Truppen an Constantin aus-geliefert, der ihn begnadigte (309). Im folgenden Jahre aber betheiligtesich Maximian an einer Verschwörung gegen Constantins Leben: dieVerschwörung wurde entdeckt, Constantin Uberliess ihm selbst die Wahlder Todesart, und Maximian erhängte sich.
Während dessen hatte Galerius im Osten durch seine Bedrückungensich den allgemeinen Hass zugezogen, er starb aber im Mai 311 aneiner durch seine Ausschweifungen veranlassten Krankheit, nach19jähriger grausamer Regierung und Christenverfolgung. Nach seinem