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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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59. Die wichtigsten Kriege und Feldzüge der Kömer in dieser Periode. 257

cletian gab dem Galerius Befehl, diese Eroberung den Persern wieder zuentreissen. Allein der Feldzng des Galerius endete erfolglos und höchstunglücklich: Galerius, tapfer, aber nicht vorsichtig genug, wurde zwi-schen den Städten Carrhae und Callinicum (Nicophorum) geschlagen,vermochte nur mit Mühe sich durch einen Rückzug zu retten, der äusserstbeschwerlich und gefahrvoll war, und erlitt grossen Verlust an Mann-schaft durch Kämpfe, Hunger und Krankheiten. Als Diocletian ausAegypten zurückkehrte, strafte er ihn durch einen Verweis angesichtsdes ganzen Heeres und dadurch, dass er ihn eine ganze römische Meilezu Fusse und in vollem kaiserlichen Ornate an der Spitze seines Heereszurücklegen Hess. Dies feuerte den Ehrgeiz des Galerius dermassen an,dass er, um diesen Schimpf von sich abzuwaschen, während Diocletianin Syrien eine Hülfsarmee (Reserve) sammelte, die Perser in Armenienangriff und ihnen eine vollständige und entscheidende Niederlage bei-brachte (297). Narses selber ward verwundet und rettete sich nur mitgenauer Noth durch die Flucht, sein Lager fiel mit der ganzen königlichenFamilie, einer Menge vornehmer Perser, der gesammten Habe, Bagageund allen Schätzen in die Hände der Sieger. Narses bat demüthig umFrieden und erhielt ihn um den Preis von acht Provinzen. Die gefangenenPerser wurden nicht zurückgegeben, sie mussten den Triumph des Dio-cletian verherrlichen. Galerius legte sich die Beinamen Persicus,Armenicus und Adiabenicus bei, sein Stolz wuchs von hier an der-artig, dass er sich Sohn des Mars nennen Hess!

Nach Beendigung des Krieges gegen die Perser wurde im Orientder Frieden 5 Jahre lang (298302) durch Nichts gestört. DiocletianHess sich die Sicherung der Grenzen des Reichs durch Forts angelegensein, welche er an Euphrat, Donau und Rhein neu erbaute. AmmianusMarcellinus thut hierbei besonders der bis dahin unwichtigen Stadt Cir-cesium iu Mesopotamien Erwähnung, welche Diocletian wegen ihrer inkriegerischer Hinsicht wichtigen Lage am Einfluss des Chaboras in denEuphrat befestigen Hess.

Am !. Mai des J. 305 legte Diocletian die Regierung nieder undveranlasste den Maximian das Gleiche zu thun. Galerius und ConstantiusChlorus traten an ihre Stelle mit dem Titel Augustus, und der Erstereernannte die Söhne seiner Schwester, Maximius und Severus, zuCäsaren.

Diocletian war unstreitig ein grosser Herrscher und Feldherr, inkriegerischer Beziehung hatte er dem römischen Reiche durch Sicherungdes Friedens, der Ruhe und Ordnung im Innern und nach Aussen grosseDienste geleistet. Aber das hatte nur Bestand während seiner 20jährigenHerrschaft und nahm bald nach seiner Abdankung ein Ende.

Galitzin, AUgem. Kriegsgeschichte. 1,5. 17