59. Die wichtigsten Kriege und Feldziige der Römer in dieser Periode. 255
Trevirer und Nervier nach Gallien und hielt nun die Grenzen des Reichesdadurch hinlänglich gesichert (291).
Im J. 292, da Carausius sich in Britannien hielt, Achilleus inAegypten aufgestanden war, wilde Stämme in Afrika einfielen und vonSeiten der Perser neue Kriege drohten, ernannten Diocletian und Maxi-mian den Constautius Chlorus und den Galerius zu Cäsaren, theil-ten das Reich mit ihnen, wie schon früher angegeben wurde, und schrittennun, Jeder in seinem Gebiete, zur Wiederherstellung der Ruhe und Ord-nung und zur Abwehr der äusseren Feinde. •
Constantius Chlorus musste vor Allem sowohl den Carausius, als dieFranken besiegen, welche sich mit Jenes Hülfe des Gebietes der Bataverbemächtigt hatten. Zuerst wendete er sich im J. 293 gegen die festeStadt Gessoriacum (h. Boulogne), in welche Carausius eine starke Be-satzung gelegt hatte. Constantius belagerte diese Stadt zu Lande undzur See, eroberte sie nach kurzer Gegenwehr, verfuhr aber gegen dieBewohner mit Grossmuth, um treue Unterthanen an ihnen zu gewinnen.Während dann auf seinen Befehl eine neue Flotte ausgerüstet wurde,griff er die Franken an, welche sich im Lande der Bataver, namentlichan den Mündungen des Rheins und der Scheide und auf den zwischenderen vielen Armen gelegenen flachen und morastigen Inseln nieder-gelassen hatten. Weder die schwere Zugänglichkeit, noch die Waldungenvermochten die Franken vor den Truppen des Constantius zu schützen,welche sich durch die ungewohnte Beschwerlichkeit der Kriegführung insolchem Lande nicht schrecken Hessen. Alles überwand Constantiusdurch seine Energie und Ausdauer und eroberte nicht nur das von denFranken besetzte Land zurück, sondern zwang sie sogar zur Nieder-legung der Waffen und verpflanzte sie mit Frauen und Kindern in die-jenigen Provinzen Galliens, welche sie selber noch kurz zuvor verwüstethatten. Um aber sein Unternehmen dauernd zu sichern, errichtete Con-stantius an den Grenzen und selbst im Innern des unabhängigen Ger-maniens befestigte Lager und Forts.
Seine kriegerischen Rüstungen gegen Britannien waren noch nichtbeendet, als er die Nachricht von der Ermordung des Carausius und derErhebung des Alectus zum Kaiser erhielt (294). In Folge dessen be-schloss er, das nun fast 10 Jahre lang der römischen Herrschaft entrisseneBritannien neu zu erobern. Damit aber Gallien während seiner Abwesen-heit gegen die Angriffe der Germanen gesichert sei, traf Maximian miteinem Heere aus Italien am Rheine ein und schreckte - durch seinenNamen die Germanen von Einfällen ab.
Constantius wollte Britannien von zwei Seiten angreifen und theiltedeshalb seine Flotte in zwei Theile: der eine formirte sich unter seinempersönlichen Commando in dem Hafen von Gessoriacum, der andere unter