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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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254 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiches.

nach dem Rückzuge des Numerianus aufs Neue Mesopotamien erobertund auch Syrien zu erobern die Absicht hatten.

Dem Maximian, welchen er zum Mitregenten ernannt hatte, dieSchlichtung der in Gallien ausgebrochenen Unruhen übertragend, brachDiocletian im Frühjahr 286 gegen die Perser auf. Der Schrecken seinesNamens bewog den persischen König Varanes II. um Frieden zu bitten,der ihm gegen Räumung Mesopotamiens und Anerkennung des Tigrisals Grenze bewilligt wurde.

Aus den Bruchstücken der gleichzeitigen Historiker geht hervor,dass darnach Diocletian noch die Araber. Sarmaten, Juthonger, Quaden,Karpier und Gothen an der Donau besiegte. doch sind die Einzelnheitennicht bekannt.

Während dessen hatte Maximian in Gallien die aufständischen Ba-gauden zur Unterwerfung gezwungen und sich dann gegen die in Gallieneingefallenen und es furchtbar verheerenden Germanen gewandt. DenAlemannen und Burgundern schnitt er die Lebensmittel ab und hungertesie aus, die Chaibonen und Heruler schlug er in offenem Felde aufsHaupt, wobei er den Sieg hauptsächlich durch seine persönliche Tapfer-keit herbeiführte. Mit diesen Erfolgen begnügte er sich noch nicht, son-dern überschritt im J. 288 den Rhein und verwüstete das jenseitige Gebietmit Feuer und Schwert. Bei dieser Gelegenheit baten zwei germanischeFürsten, der Franke Genobon und Atech. um Frieden. der ihnen vonMaximian gewährt wurde. Zu gleicher Zeit beauftragte der Letztere denerfahrenen Seemann Carausius, das Nordmeer mit einer Flotte vonden daselbst Seeraub treibenden Franken und Sachsen zu säubern. Ca-rausinus aber machte sich verschiedener Erpressungen schuldig undwandte sich dann, um der von Maximian ihm zugedachten Strafe zu ent-gehen, mit seiner Flotte zur britannischen Küste, brachte die dort stehendeLegion auf seine Seite und proklamirte sich zum Kaiser. Dann verstärkteer seine Flotte, forderte die Franken und Sachsen, welche der Seeräubereioblagen, auf, sich mit ihm zu vereinigen, und schuf sich auf diese Weiseeine Seemacht, welche den Römern gefährlich zu werden drohte.

Der durch den Krieg gegen die Germanen beschäftigte Maximianbedurfte einige Jahre zur Bildung einer neuen Flotte. Das machte Ca-rausius sich zu seiner Verstärkung auf dem Meere und Festsetzung inBritannien zu Nutze. Maximian mochte sich daher nicht entscbliessen,mit der neuen Flotte und neu ausgehobener Mannschaft Etwas gegenihn zu unternehmen, und Carausius fuhr fort den Titel Kaiser zu tragenund Britannien in seinen Besitz zu bringen, bis er im J. 294 in Folgeeiner Verschwörung ermordet wurde.

Maximian aber verpflanzte nach Besiegung der am Rhein wohnen-den Germanen viele Stämme der Franken und Leten in das Gebiet der