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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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24S W- Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

Einnahme und Zerstörung von Aquileja über das ganze Norditalien. DieEinwohner, namentlich die gebildeteren und reicheren, flohen mit ihrerHabe und ihren Kapitalien auf die Lagunen und Inseln des nördlichenKüstenstriches des adriatischen Meeres und legten so den ersten Grundzu der sich daselbst in späterer Zeit bildenden Stadt Venetia (vomslawischen Stamme der Veneter oder Venedi) und der gleichnamigenKepublik.

Aetius hatte indessen alle irgend erreichbaren und die durch Mar-cianus ihm zur Verstärkung zugeschickten Hülfstruppen zusammenge-zogen und die Appenninenpässe mit denselben besetzt. Valentinian flohaus Eavenna nach Eom und sendete von da die geschickten UnterhändlerAvienus und Trigefcius und den von Allen hochverehrten PapstLeo I. d. Gr. als Gesandtschaft zu Attila. Dieser befand sich gerade inder Provinz Mantua, die im Sommer äusserst ungesund ist, namentlich fürnordische Völker, daher auch in seinem Heere epidemische Krank-heiten der Menschen und Pferde ausgebrochen waren. Die Schwierig-keiten wohl erkennend, welche die Fortsetzung des Zuges gegen Eomihm noch schaffen konnte, ging Attila daher desto leichter auf die Vor-stellungen der Gesandten Valentinian's, namentlich auf die des PapstesLeo ein, zog nicht gegen Eom, sondern wandte sich wiederum nachGallien. Die Westgothen aber unter Führung ihres Königs Thoris-mund leisteten dem Attila einen so kräftigen Widerstand, dass er aber-mals ohne Erfolg aus Gallien abziehen musste. Er kehrte in seine Eesi-denz oder seine Stadt zurück und starb bald nachher eines plötzlichenTodes, unter Hinterlassung einer zahlreichen Nachkommenschaft. Seinältester Sohn Ellak machte seine Ansprüche auf die Thronfolge geltend,stiess aber in seinen Brüdern auf ebenso viele Nebenbuhler. Die vonAttila unterworfenen germanischen Völker zogen aus diesen ZwistigkeitenNutzen, um das Joch der Hunnen von sich abzuschütteln, und liefertenim J. 453 unter Führung des Gepidenkönigs Ardarich den Hunnen eineentscheidende Schlacht in Pannonien an den Ufern eines Flusses, denJornandes als Netodus anführt, dessen Lage aber unbekannt. In dieserSchlacht wurden die Hunnen besiegt, Ellak fiel, die hunnische Nationbrach auseinander. Ein Theil der hunnischen Horden unter Anführungdes Dengisich, eines der Söhne Attila's, behauptete sich noch in denDonauländern, bis er endlich durch den gemeinschaftlichen Angriff derOstgothen und Eömer des westlichen Eeiches gänzlich aufgerieben wurde.Die übrigen hunnischen Horden zogen unter Irnak, dem geliebtenSohne Attila's, zum Dnjepr zurück und.verschwanden allmälig in denSteppen, aus welchen sie hergekommen waren. In den von den Hunnenverlassenen Landstrichen siedelten sich ihre germannischen Besieger an,die Gepiden in Dacien, die Ostgothen längs der Donau vom heutigen