58. Kurzer liistorischer Abriss der Kriege der Körner während dieser Periode. 245
Oberbefehlshaber aller Truppen des Weströmischen Keiches ernannte.Castinus dagegen verlor jeden Einfluss. Aetius hatte von ihm den Hassgegen Bonifacius geerbt und beschloss, diesen furchtbaren und für ihngefährlichen Nebenbuhler zu stürzen. In Folge seiner Intriguen gegenBonifacius wie gegen Placidia fiel Ersterer von dieser ab und rief nun zuseiner Hülfe den Geiserich mit den Vandalen aus Hispanien herbei. ImJ. 429 traf Geiserich mit Vandalen und Alanen, zu denen noch viele Go-then und andere Barbaren gestossen waren, in Afrika ein, wo ihm nundie eingeborenen Häretiker zufielen, welche die Rechtgläubigen hassten.Unter allen den barbarischen Völkerschaften, welche in das römischeKeich eingedrungen waren, hatten sich die Vandalen besonders durchihre Zerstörungswuth ausgezeichnet, so dass ihr Name geradezu sprüch-wörtlich hierfür wurde. So traten sie nun auch in Afrika auf, das ganzeLand furchtbar verheerend und alles zerstörend, im J. 430 hatten sie sichschon aller Städte in derselben bemächtigt, mit Ausnahme von Cirtha,Hippo und Karthago. Nun bereute Bonifacius, dass er sie herbeigerufen,schloss mit Placidia Frieden und wollte, nachdem er sich mit Aspar ver-bündet, sie mit bewaffneter Hand vertreiben, er wurde aber von ihnenbesiegt und in Hippo belagert. Nachdem diese Stadt sich ergeben, wur-den im J. 431 Cirtha und dann Carthago gleichfalls von den Vandalenzur Unterwerfung gezwungen, und nun nach Entfernung des Aspar nachConstantinopel und des Bonifacius nach Kavenna gründeten diese Van-dalen in Afrika ihr neukarthagisches Reich, setzten sich in den Besitzvon Sardinien, Corsica und dem ganzen westlichen Theile des mittel-ländischen Meeres, verlegten sich hier auf den Seeraub und verheertenselbst die Küsten und Inseln von Italien.
Inzwischen hatte der in Gallien befindliche Aetius, der sich hier ab-mühte , den Einfluss der römischen Herrschaft auf die Barbaren zu be-festigen, von dem Friedensschluss zwischen Bonifacius und Placidia undder Ernennung des Bonifacius zum Oberfeldherrn sämmtlicher Truppendes Weströmischen Reiches gehört und brach im J. 432 mit seinerArmee nach Italien auf, um Bonifacius von dort zu vertreiben: dieserLetztere zog ihm mit einem Heere entgegen. In der sich zwischen Beidenentspinnenden Schlacht wurde Aetius geschlagen, Bonifacius aber vonseiner Hand tödtlich verwundet, und starb dieser 3 Monate danach.Aetius begab sich zu den Hunnen und zwang an der Spitze eines ausHu,nnen bestehenden Heeres die Placidia, ihn wieder in seine Stellung alsobersten Befehlshaber aller Truppen des Westreiches einzusetzen.
Unterdessen hatte aber dieses letztere bereits mehr als die Hälfteseiner Besitzungen eingebüsst,nämlich: Britannien war freiwillig verlassen,im J. 426, — Gallien, Hispanien und Afrika durch Westgothen. Sueven,Alanen und Vandalen in den Jahren 411—431 losgerissen, Pannonien,