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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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242 IV- Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Eeiches.

Nach Verlauf einiger Tage verliess Alarich die ausgeplünderte und ver-wüstete Stadt und begab sich nach Süditalien, in der Absicht, Sicilieuund Afrika zu unterwerfen, was ihm aber nicht gelang. Mit Bekümmer-niss sah er zu, wie vor seinen Augen die morschen Schiffe untersanken,auf welchen er seine Truppen hatte übersetzen wollen, und in demselbenJahre noch starb er. Die Gothen wählten an seiner Statt den Athaulphzu ihrem Könige, welcher anfangs sogar den Namen ßoms gänzlich aus-zutilgen und auf den Ruinen der Stadt ein neues Königreich der Gothenzu gründen beabsichtigte. Dann aber sah er ein, dass die Gothen nochnicht fähig waren, eine friedliche und wohlgeordnete Regierung zu führen,und suchte deshalb seinen Ruhm darin. dass er das westliche Reichunterstützte und im Frieden mit Honorius lebte. Hierzu wirkte desLetzteren Schwester Placidia wesentlich mit, welche zu Rom in.Ge-fangenschaft gerathen war und dem Athaulph eine so tiefe Leidenschaftzu sich einflösste, dass er um ihre Hand warb. Als endlich Honorius undder Hof ihre Einwilligung dazu gaben, kam im J. 412 ein Vertrag zuStande, kraft welches die Gothen in den Kriegsdienst des WeströmischenReiches aufgenommen wurden und sich verpflichteten, die abtrünnig ge-wordene gallische Präfektur wieder zum Gehorsam zurückzuführen. Indemselben J. 412 verliessen sie das von ihnen verwüstete Italien undzogen nach Gallien. Aber schon vorher hatte Gerontius sich gegen Con-stantinlll., dessen Sohn Constans er tödtete, empört, belagerte ihn inArelate (Arles), erklärte übrigens nicht sich, sondern seinen Freund Ma-ximus zum Kaiser. Honorius machte sich dies zu Nutze und sandte denPräfekten Constantius nach Gallien, mit einem von Letzterem in Illyriengesammelten Heere. Bei seinem Erscheinen in Gallien floh Gerontius,der die Strafe für seine Verbrechen fürchtete, als er aber eiii weiteresEntkommen unmöglich sah, entleibte er sich selbst. Maximus suchteSchutz bei den Barbaren in Hispanien, wurde von diesen aber im J. 422an Honorius ausgeliefert, der ihn hinrichten Hess. Constantin III. ergabsich bald nebst seinem Sohne Julian gegen die Zusicherung persönlicherSicherheit, sie wurden aber beide hingerichtet. Das gleiche Schicksaltraf noch einen anderen Usurpator, den Jocinus, der im J. 417 von denGothen gefangen genommen und auf Athaulph's Befehl enthauptet wurde,wurde. Später fiel auch Attalus noch in des Honorius Hände und wurdewegen seiner unfreiwilligen Schuld hingerichtet.

Auf diese Weise war die Alleinherrschaft des Honorius wieder her-gestellt ; aber alle diese Empörungen waren doch nicht ohne Folgen ge-blieben. Nach des Gerontius Sturze bemächtigten sich die in seinem Dienstegestandenen Barbaren des grössten Theiles von Hispanien: die Suevenunter Führung Hermanrich's siedelten sich im heutigen Gallizien an, dieAlanen (Slawen) unter ihrem Anführer Ataxus im h. Portugal, die Van-