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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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58. Kurzer historischer Abriss der Kriege der Römer während dieser Periode. 237

ermordet. Dieser Letztere, der bis dahin in Jenes Namen das Reich re-giert hatte, beschloss dies im Namen eines andern Kaisers fortzusetzen,zu welchem Range er daher seinen gewesenen Geheimschreiber undFreund, den Rhetor Eugenius erhob, nachdem er ihm den wichtigenPosten eines magister officiorum gegeben hatte. Theodosius abererkannte ihn nicht an, sondern brach im J. 394 mit einem zahlreichenHeere, dessen Hauptmacht die Gothen bildeten, nach Westen auf; unterden Gothen befand sich auch AIa rieh, der unter des Theodosius Leitungdie römische Kriegskunst erlernte, welche er später gegen die Römerselbst anwendete. Arbogast hatte seinerseits auch ein starkes Heer zu-sammengebracht, in welchem Franken und Alemannen den Hauptbestand-teil ausmachten. Zwischen Alpen und Adriatischem Meere eine starkebefestigte Stellung einnehmend, erwartete er in derselben den Angriff desTheodosius und schlug dessen ersten Sturm mit grossem Verluste für denAngreifer zurück. Ein wiederholter Angriff aber war glücklicher, wozuwesentlich der Umstand beitrug, dass im entscheidenden Augenblickesich ein heftiger Sturmwind erhob, der gerade in das Gesicht des Heeresdes Eugenius und Arbogast stand. Theodosius erfocht einen vollkom-menen und glänzenden Sieg und entschied dadurch den Krieg mit einemSchlage. Eugenius wurde gefangen genommen und enthauptet, Arbogastentleibte sich selbst. Auf diese Weise hatte Theodosius zum zweiten Maleden Westen erobert und ihn aufs Neue mit dem Osten unter seiner Allein-herrschaft vereinigt. Dies dauerte aber nur 4 Monate, denn Theodosiuß,obgleich in einem Alter, welches dem Anschein nach ihm eine lange Re-gierung versprach, wurde in Folge der Mühen und Sorgen des letztenFeldzugs von einer sich rasch entwickelnden Krankheit ergriffen, zuwelcher er den Keim schon in sich getragen hatte, und beschloss am17. Januar 395 sein ruhmreiches Leben und seine nicht minder glorreicheRegierung, die ihn des Beinamens der Grosse würdig gemacht hatte.Vor seinem Tode theilte er das römische Reich definitiv in ein west-liches und östliches, das erstere seinem jüngeren Sohne, dem11jährigen Honorius, unter der Vormundschaft eines geschickten Feld-herrn von erprobter Treue, des Vandalen Stilicho, das andereseinem ältesten Sohne, dem 18jährigen Arcadius, übergebend.

§. 408.Kriege von Theodosius d. Gr. bis zum Untergange des Weströmischen

Reiches (395476).

Die Söhne Theodosius d. Gr. hatten, wie es scheint, keine grossennatürlichen Anlagen, und die ihnen gegebene Erziehung vermochte nichtdie angeborenen Mängel zu ersetzen. Daher unterlag A r c a d i u s, ob-