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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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58 Kurzer historischer Abriss der Kriege der Bümer während dieser Periode. 231

konnte Julian sich nicht mehr der Annahme des Purpurs erwehren , undnun ging in seinem und der Truppen Namen eine Gesandtschaft an Con-stantius mit der Nachricht von dem Geschehenen und der Bitte um Be-stätigung ab. Unter dem Einftuss der Verschnittenen sicherte Constantiusdem Julian Verzeihung zu, wenn er den Augustus-Titel freiwillig nieder-legte. Das Schreiben, welches diese Bedingung enthielt, wurde vor dergesammten gallischen Armee vorgelesen, zunächst verwarf das Heer,dann auch Julian diese Zumuthung des Constantius, und Julian erklärtefeierlich, dass er sich und seine Sache dem Willen der unsterblichenGötter über gebe, wobei er zugleich seinen Abfall von Con-stantius und vom christlichen Glauben aussprach! Im fol-genden J. 361 brach er mit seinem Heere gegen die illyrische Präfekturauf und rückte in dieselbe ein gerade zu derselben Zeit, als Constantiusmit seinem Heere in Eilmärschen vom Euphrat nach Thracien marschirte.Aber während des Zuges erkrankte er und starb im November 361 indem Städtchen Mopsucrena am Fusse der cilicischen Berge. Seine Armeeweigerte sich unwillig, einen Krieg zu führen, zu welchem ja kein An-lass mehr vorlag, und erkannte den Julian als Kaiser an.

§. 406.Kriege von Julian bis zu Theodosius d. Gr. (361379).

Julian, der letzte und befähigtste der Kaiser aus dem Hause Con-stantin's d. Gr., in der Schule der Wissenschaften und des Lebens ge-bildet, nicht ohne Fehler, aber jedenfalls frei von Lastern, nur beflecktdurch seinen Abfall vom Christenthum, würde hierfür schwer gebüssthaben, wenn er nicht in dem gegen die Perser 363 unternommenen Feld-zuge umgekommen wäre. Zu diesem Feldzuge zog er den besten Theildes römischen Heeres zusammen und brach dann mit demselben auf, amEuphrat abwärts marschirend bis zu dem Punkte, wo dieser Fluss sich demTigris am meisten nähert. Hier beschloss er den Tigris zu überschreiten undsich mit dem Könige von Armenien und den römischen Truppen zu ver-einigen, welche zu dessen Verstärkung detachirt waren und denen er denBefehl gegeben hatte, am linken Tigrisufer hinab zu marschiren, wäh-rend auf dem Euphrat die römische Flotte ihnen folgte, deren Schiffe ausdem Euphrat in den Tigris auf dem, beide Flüsse vereinigenden, Canaleübergeführt werden sollten. Aber da dieser Canal verschüttet gefundenwurde, so war er genöthigt, ihn zuerst mit grossen Anstrengungen reinigenzu lassen, als er dann den Tigris erreicht und bei Ctesiphon überschrittenhatte, fand er dort die aus Armenien erwarteten Verstärkungen nichtvor, wodurch er in eine äusserst schwierige und unangenehme Lage ge-langte. Da er keine Möglichkeit sah, weder vorwärts nach Osten, nochrückwärts, von wo er gekommen war, zu marschiren, so war er ge-