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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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58. Kurzer historischer Abriss der Kriege der Kömer während dieser Periode. 229

Sisteron an der Durance. Auf seine Truppen konnte sich Magnentiusnun nicht länger verlassen; als er ihnen eine Ansprache hielt, um ihrenMuth zu einem neuen Kampfe zu entflammen. erhielt er zur Antwort:»es lebe der Kaiser Constantius!« Aus Furcht, dass er von ihnen andiesen ausgeliefert werden möchte, liess er seine ganze Familie um-bringen und entleibte sich dann selbst, und seinem Beispiele folgte auchsein Bruder Decentius, den er zum Cäsar ernannt hatte. Auf dieseWeise sah Constantius das gesammte Reich wieder in seiner allei-nigen Gewalt, offenbarte aber dabei seine Ohnmacht, Unfähigkeit, seinMisstrauen gegen seine Feldherren, Statthalter und Regierungsbeamten,wogegen er seinen Eunuchen Vertrauen schenkte und ganz von ihnenabhängig war. Unter diesen genoss namentlich der Eunuch Eusebiuseinen unbeschränkten Einfluss auf Constantius wie auf den Staat. Erwar es, der in Constantius Argwohn gegen G-allus erweckte und ihn zubereden suchte, diesen nicht nur der Macht, sondern auch des Lebens zuberauben. Constantius schickte den Präfekten Domitian und denQnästor Montius mit einer ganzen Commission nach Antiochia. umsich vom Stande der Dinge zu überzeugen und den G a 11 u s zur Heim-kehr nach Italien zu bewegen. Gallus aber, aufgebracht über den ver-letzenden Hoch'muth Do miti an's, liess diesen einkerkern, seine Leib-wache zu den Waffen greifen, und forderte von den Einwohnern An-tiochia's Schutz für seine Person. Das Volk tödtete den Domitian undMontius, so dass dem Gallus nun Nichts übrig blieb, als zu offener Em-pörung zu schreiten. Constantin aber zog nach und nach alle alten Le-gionen aus Syrien und berief dann arglistig, aber sehr höflich den Gallusan seinen Hof. Im J. 354 brach Gallus aus Antiochia auf, bis Constan-tinopel reiste er noch als Cäsar, aber die Weiterreise aus dieser Stadttrat er schon als Gefangener unter Escorte an und nach seiner Ankunftin Noricum wurde er in das Städtchen Pola in Istrien abgeführt, wo ergefoltert und peinlich verhört und dann hingerichtet wurde. Nun warvon der ganzen zahlreichen Nachkommenschaft des Constantius Chlorusnur noch Julian allein am Leben, der Vetter des Gallus. Die Eunuchenwollten auch diesen verderben, aber für ihn trat die Kaiserin Eusebia einund rettete ihn. Ihr verdankte Julian es. dass er nicht umgebrachtwurde, sondern nach siebenmonatlichem Aufenthalte am Hofe zu Medio-lanum die Erlaubniss erhielt, nach Athen abzureisen, um dort denWissenschaften zu leben. Aber schon im J. 355 berief ihn Constantiusnach Mediolanum zurück* da er fühlte, dass die Regierung des Reichesihm allein über die Kräfte ging, und auf Zureden der Eusebia vermählteer den Julian mit der Schwester derselben, Helena. und ernannte ihnzum Cäsar und zum Regenten der transalpinen Provinzen. Der jungeungewöhnlich begabte und gebildete Julian, der so plötzlich seine ge-