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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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228 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Keiches

gerade der Hof befand, zum Kaiser auf, wurde von den Leibwachen*)ausgerufen und unterstützte aus den Mitteln des von ihm in Besitz ge-nommenen Schatzes nun den Aufstand. Constans entfloh verkleidetund in Angst nach Hispanien, wurde aber am Fusse der Pyrenäen vonden ihn nachsetzenden Verfolgern eingeholt und niedergehauen. Gallien,Britannien und Hispanien huldigten dem Magnentius, und nachdemFalle des Nepotianus, eines Sohnes der Schwester Constantinus', Eu-tropia, welcher iu Rom den Purpur genommen hatte, wurde auchItalien gezwungen sich dem Magnentius zu unterwerfen. LMeillyrischen Legionen riefen ihren Feldherrn Vetranio zum Augustusaus. So sah das römische Reich sich wieder in der Gewalt dreier ein-ander hassender Imperatoren. Constantius schlug mit Festigkeit jedeUnterhandlung mit dem Mörder seines Bruders ab, und um diesemMagnentius auch die etvvanige Hülfe des Vetranio zu entziehen,ernannte er diesen zum Mitregenten. Als er im J. 351 zu Sardica mitLetzterem zusammentraf, brachte er dessen Truppen durch eine Rede,die Offiziere aber durch Geld auf seine Seite, sie riefen ihn zum alleinigenKaiser aus, Vetranio aber legte freilich seinen Kaisertitel nieder.Während dessen war Magnentius schon aus Gallien gegen Con-stantius im Anmarsch mit einem Heere, dessen Hauptbestandtheil Ger-manen bildeten. Zu gleicher Zeit erneuerte auch der persische Sapordie Feindseligkeiten. Unter diesen schwierigen Umständen rief Con-stantius seine Vettern Gallus und Julianus, welche bisher ineiner Art von Staatsgefangenschaft gehalten worden waren, herbei undernannte den Aeltereu, Gallus, zum Cäsar, vermählte ihn mit seinerSchwester Constantina und übertrug ihm den Schutz des Ostens gegendie Perser, indem er ihm Antiochia als Residenz anwies. Gallus erbatfür seinen jüngeren Bruder Julianus, der mit ungewöhnlichem Ver-stände, Geistes-und Willenskraft ausgerüstet war, das väterliche Erb-theil und die Erlaubniss, seine gelehrten Studien ungestört fortsetzen zudürfen. Im September 351 erfochten die Feldherren des Constantiusider selber das Heer nicht befehligte**) bei Mursa an der Drau nachlangem, erbittertem und blutigem Kampfe einen entscheidenden Sieg überMagnentius. Des Letzteren von Constantius bestochene Truppengingen grösstenteils zu diesem über, und während des Constantius Flottein Afrika und Hispanien seine Herrschaft befestigte, unterwarf dieserselber im J. 352 Italien ohne grosse Mühe. Im J. 353 ging er über dieAlpen nach Gallien und schlug den Magnentius zum zweiten Male bei

*) Die seit Diocletian noch immer Jovianer und Herculianer hiessen.

Anmerk. d. Uebers.Er hielt sich feige während der Schlacht mit seinem ganzen Hofe in der Kirchezu Mursa eingeschlossen. Anmerk. d. Uebers.