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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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226 IT. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

und S e v e r u s und die Wittwe und Tochter des D i o c 1 e t i a n wurdenermordet, alle ihre Verwandten aufs heftigste verfolgt.

Constantin und Lieinius waren aber durchaus nicht geneigt,sich, nach Diocletian's System, Cäsaren zu erwählen, Jeder von ihnentrachtete vielmehr offen danach, ein einziges Reich unter seiner alleinigenRegierung herzustellen. In Folge dessen brach schon im J. 314 ein Kriegzwischen ihnen aus, und am 8. Oktober kam es bei Cibalis unweit derDraumündung in die Donau zur Schlacht. Lieinius wurde besiegt,sammelte aber in Thracien ein neues Heer; bei Mardia*) kam es zu einerzweiten Schlacht, die unentschieden blieb: Constantin hatte sich aufdem Schlachtfelde behauptet, aber grosse Verluste erlitten. Er hielt esdaher für besser, Friedensunterhandlungen anzuknüpfen, und Lieiniustrat, zum Frieden gezwungen, Griechenland, Macedonien, Illyrien, Pan-nonien und das westliche Mösien an Constantin ab (im J. 315).

Acht Jahre lang hielten sie hiernach Frieden, verfuhren inzwischenaber in ganz verschiedener Weise. Constantin, welcher den grösstenund mächtigsten Theil des Reiches beherrschte. handelte stets im Inter-esse desselben und semer Einwohner, sowohl als Feldherr, wie als Ge-setzgeber, und vereinte dadurch auf seiner Seite die materielle mit dergeistigen Ueberlegenheit über Lieinius. welcher Christenverfolgungenanordnete und seine Unterthanen mit Geldsteuern und Auflagen aller Artauf das grausamste bedrückte. Endlich brach im J. 322 der Krieg zwi-schen ihnen von neuem aus, die Laudarmee des Lieinius wurde imJuli 323 bei Adrianopel geschlagen, seine Flotte wurde zum Theil durchConstantin 1 s Flotte, zum Theil durch einen Sturm vernichtet. DemLieinius blieb Nichts übrig, als die Mittel zum Schutz und Widerstandin Asien zu suchen; Constantin aber setzte ihm rasch und energischnach und besiegte ihn im J. 324 bei Chrysopolis. Nun verblieb demLieinius nur noch eine Hoffnung, auf die Grossmuth und GnadeConstantin's. Auf die Fürsprache der Schwester des Letzteren, derGemahlin des Lieinius, Constantia, .versprach ihm Constantindas Leben zu schenken, wenn er auf die Herrschaft verzichte, er brachaber sein Versprechen und liess ihn im J. 325 tödten, ebenso seinen SohnLicinianus, und nun war Constantin der alleinige Kaiser undSelbstherrscher des ganzen römischen Reiches.

Seit dieser Zeit verlief seine Regierung in fast beständigem Friedenund Ruhe, und das römische Reich war den nächsten äusseren Feindenebenso furchtbar, wie in den entlegeneren Gegenden geachtet. Er konntedaher im J. 336 ohne Gefahr einen Krieg gegen Persien unternehmen. Derpersische König S ap o r oder S c h a p u r IL hatte noch im J. 333 Gesandt-

Zwischen Philippopoiis und Hadrianopolis. Anmerk d. Uebers.