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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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58. Kurzer historischer Abriss der Kriege der Römer während dieser Periode. 225

und nach ihm nahm Maximinus den Augustus-Titel an. Das römischeReich ward wieder von vier Kaisern beherrscht, fast in derselben Form,'wie sie Diocletian gegeben hatte; aber es herrschte keine Eintracht unterihnen, sondern sie standen so feindlich gegen einander, dass notwen-digerweise es bald zum Bruch zwischen ihnen kommen musste. Derjenigevon ihnen aber hatte die meiste Hoffnung auf Erfolg, der die Christenauf seine Seite bringen konnte, und keiner von ihnen besass grösseresAnrecht auf das Vertrauen der Christen, als Constantin, der ihnensich ebenso geneigt und nachsichtig erwies wie sein Vater, und dessenMutter Helena eine eifrige Christin war. Maxentius begann denBürgerkrieg: in zu grossem Vertrauen auf seine zahlreichen Truppenerklärte er unter dem Vorwande, den Tod seines Vaters rächen zu wollen,an Constantin den Krieg, und schloss mit Maximinus ein Bündniss,wogegen Constantin sich mit Licinius verband. Maxentius aberhatte, nur dem Vergnügen lebend, niemals Truppen befehligt; Con-stantin hingegen hatte sich schon seit lange einer beständigen ange-strengten kriegerischen Thätigkeit hingegeben und an sie gewöhnt. DemMaxentius mit Eröffnung des Feldzuges zuvorkommend, erschien erim J. 312 in Italien, erfocht bei Augusta Taurinorum (Turin) einen Sieg,nahm ganz Nord-Italien in Besitz und marschirte gegen Korn, in dessenUmgegend Maxentius ein starkes Heer sammelte. Als er sich derStadt näherte, liess Constantin auf den Adlern seines Heeres dasKreuz aufpflanzen als Symbol des Sieges, und auf den Schilden dasMonogramm des Namens Christus eingraviren. Dies brachte in sei-nem grösstentheils aus Christen bestehenden Heere die grösste religiöseBegeisterung hervor und machte einen gewaltigen moralischen Eindruck.In der bald darauf erfolgenden Schlacht an der mulvischen oder mil-vischen Brücke (Tiber, nahe bei Rom, im Oktober 312),einerSchlacht, in welcher nicht allein zwei Kaiser, sondern auch der Christen-glaube gegen die Religion der Heiden um die Herrschaft kämpften,erfocht Angesichts des heidnischen Capitols Constantin unter demZeichen des Kreuzes einen entscheidenden Sieg über Maxentius, wel-cher auf der Flucht von der Brücke in den Fluss gedrängt wurde und darinertrank. Constantin zog triumphirend als Sieger in Rom ein undpflanzte auf dem Capitol sogleich das Kreuz auf, unter dessen Zeichenerden Sieg errungen hatte! Zur selben Zeit war Licinius, der desConstantin Schwester Constantia geheirathet hatte, im J. 313gegen M a x i in i n u s bei A d r i a n o p e 1 siegreich gewesen und verdanktedies ganz ebenso der grossen Anzahl von Christen in seinem Heere undihrer religiösen Begeisterung. Der besiegte Maximin , an der Möglich-keit sich gegen Licinius zu halten verzweifelnd, vergiftete sich imJuli 313. Seine Gattin und sein Sohn, ebenso die Kinder des Galerius

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, 5. . 15