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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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224 IV. Von Augustus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

seine Uebergehung bei der Wahl verletzt, und da er sogar für seine per-sönliche Sicherheit fürchtete, so erbat er sich von Galerius die Erlaub-niss, an dem Feldzuge seines Vaters gegen die Bewohner des gebirgigenCaledoniens (Schottlands) theilzunehmen und brach eilends nach Gallienauf (306). Bald aber, nachdem er aus Gallien nach Britannien gekommenwar, nämlich im Sommer 306, erkrankte sein Vater Constantius und starbzu Eboracum (York), sein Heer aber rief sofort den Cons tantin zumAugustus aus. Constantin nahm die Augustus-Würde an, nachdemer sich bei Galerius deshalb entschuldigt hatte. Galerius ward zuerstsehr zornig, dann aber nach reiferer Ueberlegung ernannte er den S e -verus zum Augustus und Constantin zum Cäsar. Obgleich auf dieseWeise das System des Diocletian vollständig durchgeführt war, so hattedoch die abermalige Wahl eines Imperators durch das Heer demselbenden Todesstoss versetzt. Dieses Beispiel wirkte alsbald nachtheilig aufdie Bürger Roms wie auf die Reste der Prätorianer, und aufgereizt durchdie von Severus zum ersten Male Rom auferlegten Abgaben, empörtensie sich und riefen, durch Maxentius bewogen, diesen zum Imperatoraus (im Oktober 306). Bald darauf erschien auch des Maxentius Vater,Maximian, in Rom und nahm aufs Neue den Purpur an. Als nunSe verus mit einem Theil der Truppen von Mediolanum auf Rom mar-schirte, um den Aufstand niederzuwerfen, fielen die Veteranen von ihmab und gingen zu Maximian über. Mit den wenigen ihm treu Gebliebe-nen warf Se verus sich nach Ravenna. Diese Stadt war allerdings sostark durch ihre Lage und ihre Festungswerke, dass Se verus sichdarin bis zu des Galerius Ankunft hätte behaupten können, aber Se-verus war durch die Verrätherei seiner Truppen so eingeschüchtert, dasser sich ergab unter der Bedingung, dass sein Leben geschont werde.Maxentius aber erklärte ihm, dass er gewaltsamen Todes sterbenmüsse, wenn er sich nicht selbst entleibe, und Severus entschloss sichdaher zu Letzterem. Um sich gegen den mit einem Heere bereits gegensie anrückenden Galerius zu behaupten, suchten Maximian und Ma-xentius nun ein Bündniss mit Constantin. Dieser ging darauf ein,vermählte sich mit Fausta, der Tochter Maximian's, und nahm denTitel Augustus an, hielt sich indessen bis zu gelegener Zeit von derTheilnahme am Bürgerkriege fern. Der Feldzug des Galerius in Italienverlief inzwischen unglücklich: aus Furcht, dass seine Truppen ihn ver-lassen und ausliefern möchten, kehrte er eiligst in die Donauprovinzenzurück und ernannte an des Severus Stelle seinen Kriegsgefährten Lici-ni us «um Augustus. So hatte das römische Reich jetzt sechs Imperatorenzugleich, drei im Westen und drei im Osten! Bald aber veränderte sichderen Zahl: Maximian, mit seinem Sohne entzweit, floh zu Con-stantin, der ihn im J. 310 tödten Hess; im J. 311 starb Galerius,