58. Kurzer historischer Abriss der Kriege der Eöiner während dieser Periode. 223
langten, indem sie 296—297 um die Besitznahme des armenischenThrones Krieg führten. Diocletian entsendete gegen den persischenKönig Narses (wie ihn die Griechen nannten) den Galerius, welchernach Vereinigung mit der ägyptischen Armee ihn mit gemeinschaftlicherMacht angreifen sollte. Galerius aber war, ohne dies abzuwarten, miteiner nur geringen lteiterschaar auf demselben Wege vorwärts marschirt,den einst Crassus gegen die Parther eingeschlagen hatte, und hätte auchfast dasselbe Schicksal gehabt wie Jener: zwischen Nicephorium undCarrhae eingeschlossen, konnte er sich nur mit Mühe und unter grossemVerluste retten (296). Zur Strafe dafür machte Diocletian ihm öffentlichVorwürfe, und um diesen Flecken abzuwaschen , zog Galerius alle seineStreitkräfte zusammen, und rückte mit dieser neuen Armee im J. 297 inArmenien ein, während Diocletian ein starkes Beobachtungscorps amEuphrat aufstellte und dadurch die Aufmerksamkeit und die Macht derPerser theilte. Galerius führte den von ihm entworfenen Plan einesUeberfalls gegen des Narses Lager so geschickt aus, dass er sich des-selben mit allen darin befindlichen Schätzen und dem königlichen Harembemächtigte; Narses selbst wäre, verwundet, beinahe in Gefangenschaftgerathen. Der feurige Galerius wollte dies zur Unterwerfung von ganzPersien ausnutzen, Diocletian aber, besonnener, begnügte sich mit derblossen Abtretung Armeniens, Mesopotamiens und noch dreier Provinzen,schloss Frieden mit ihm und sicherte nun in fester und dauernder Weisedie römischen Grenzen gegen Persien, indem er sie wie die Rhein- undDonaugrenzen durch Befestigungen deckte. Danach feierte er im J. 303mit Maximian zusammen in Rom den Triumph, den letzten, den Romsah. Höchst unzufrieden mit dem zügellosen Geiste der Bewohner Roms,ging er bei sehr schlechtem Wetter von Rom nach Ravenna, dessen Klimaäusserst ungesund war. Die Krankheit, welche ihn hier ergiff, nahmwährend der weiten und beschwerlichen Landreise nach Nicomedien nochzu. Das ganze Jahr lang lag er schwer darnieder, und als er sich erholthatte, verfiel er in einen Zustand von Geistesschwäche. Da er sich un-fähig fühlte, weiter zu regieren, so dankte er ab und beredete auch Maxi-mian dasselbe zu thun (obgleich der Letztere dies sehr ungern that). Anihre Stelle wurden Constantius und Galerius zur Augustus-Würdeerhoben; zu Cäsaren schien es am natürlichsten ihre Söhne zu ernennen,desErsteren Sohn — Constantin, und desMaximian's Sohn — Maxen-tius , Galerius aber lenkte die Wahl auf seine beiden Freunde und Kriegs-gefährten, Flavius Severus und Cajus Maximinus, und Constan-tin willigte, um Streit zu vermeiden, hierin ein. Severus erhielt Italienals Antheil, Maximin — Aegypten und Syrien. Aber der junge Con-stantin, der am Hofe Diocletian's aufgezogen war und im Orienteine der höchsten Befehlshaberstellen bekleidet hatte, fühlte sich durch