Achtundfünfzigstes Kapitel.
Kurzer historischer Abriss der Kriege der Römerwährend dieser Periode.
§. 40-1. Kriege unter DiocleU'an und Constantin d. Gr. C284- — 337). — §. 405. Kriegevon Constantin d. Gr. bis zu Julian (331—361). — §. 406. Kriege von Julian biszu Theodosius d. Gr. (301 —379). — §-407. Kriege und Feldzüge Theodosius d. Gr.(379—395). — §. 408. Kriege von Theodosius d. Gr. bis zum Untergange des West-römischen Reiches (395 — 476).
§. 404.Kriege unter Dioeletian und Constantin d. Gr. (284—337). s
Diocletian hatte die Ueberzeugung gewonnen, dass die Regierungs-form des römischen Keiches einer Veränderung bedürfe, und dass dereine Kaiser unmöglich an den verschiedensten Stellen des Reiches zu-gleich sein könne, wie er es doch eigentlich musste — im Innern, umden Ehrgeiz der Feldherren und den meuterischen Geist der Legionen zubändigen, und an den Grenzen, um die äusseren Feinde abzuwehren. Erbeschloss daher, um das Zerbröckeln des Eeiches in mehrere Staaten zuverhindern, unter Festhaltung der höchsten Gewalt in einer Hand demPrincipe nach, in Wirklichkeit doch dieselbe unter zwei Kaiser zutheilen. Zu diesem Zwecke ernannte er im J. 286 seinen KriegsgefährtenMarcus Valerius Maximius Maximianus, einen kriegerischen,aber wilden und grausamen Mann, welcher am Rhein gegen die Ale-mannen und Burgunden focht, zu seinem Mitregenten. Bei dieser Ge-legenheit nahm Diocletian für sich selbst den Titel Jovius, für Maxi-mian — Herculius an. Aber schon in den nächsten 6 Jahren bewiesendie Ereignisse und Verhältnisse selbst, dass auch zwei Kaiser nicht dieLast der Regierung zu tragen und die Grenzen zu schützen vermochten.Die beiden Kaiser erwählten daher im J. 292, indem sie selbst den TitelAugustus annahmen, je einen Cäsar, und zwar Diocletian den CajusGalerius, Maximian aber den Flavius Constantius Chlorus,