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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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57. Die Völker, gegen welche die Kömer in dieser Periode Kriege führten. 195

wohnten, waren das Stammvolk und nannten sich auch Teutonen undSemnonen. Von ihnen zweigten sich die Ingaevonen nach Westen, dieIstaevonen nach Norden ah. Diese drei Hauptstämme waren sehr voneinander verschieden, und wenn zu erweisen ist, dass von den Ingae-vonen die Westphalen , Niedersachsen, Dänen und Schweden . von denIstaevonen die rheinischen Deutschen, Franken und Hessen, von denHermionen aher die Schwaben, Bayern und Oesterreicher abstammen,so würde der alte ursprüngliche Unterschied wenigstens in den Mund-arten noch heute fortbestehen.

Die bemerkenswerthesten germanischen Stämme istaevonischer Ab-stammung zwischen Rhein, Weser, nördlicher Elbe, Saale und Mainwaren die Chamaven, Usipier, Ansivarier, Brukterer, Si-cambrer, Marsen, Trevirer. Tenchterer, Turonen u. A.,schliesslich auch die Cherusker, welche den Harz bewohnten. Allediese istaevonischen Völker erscheinen in den drei grossen Verbindungender Sicambrer, Cherusker undKatten (Chatten), und aus diesenbildeten sich in späterer Zeit (im '.!. Jahrh. n. Chr.) die zwei grossen undmächtigen Verbindungen oder Bündnisse der Franken und der Ale-mannen.

Die ingaevonischen Stämme eine Mischung von Germanen, Slo-wenen (s. unten §. 401), Letten (Lithauern) und Tschuden, wohnten vonder Rheinmündung längs der Küste bis zum Ostufer des Baltischen Meeresin Jütland und Gross-Skandinavien. Zu ihnen gehörten die mächtigenFriesen, Chauken, Sachsen mit ihren drei Stämmen: Oestpha-len, Weätphalen und Angrivarier, die Anglen und nördlichenAlbigenser, welche gemeinschaftlich mit den Sachsen Nord-manrien und später Dänen genannt wurden; in Preussen dieArio-nes, Venedi undSciri; in Skandinavien die Helleviones oder, wiesie Tacitus eintheilt, die Sviones und Sithones (h. Schweden), dieFinnen, Esthen, Gothen und Levonen oder Livonen.

Die hermionischen Völker endlich, grossentheils slowenischen undlettischen Ursprungs, wanderten oder nomadisirten in gesonderten Stäm-men zwischen Weser, Elbe und dem Riesengebirge (die Römer nanntensie Sueven). Zu ihnen gehörten die Varini, Sidini, Lemovii,Rugii, Heruler, Gothones (oder Guthones) mit ihren verschie-denen Stämmen, die Van dal en, Semnonen, Burgundionen u.s.w.Gesonderte Stämme der Kriegsbündnisse von Stämmen (Arimannii,Ger mannen, Heermanneyen) der Hermionen, welche sich späterals die Ingaevonen und Istaevonen ansiedelten, waren, wie man annimmt,dieLongobarden und Anglen, von denen die Ersteren an der Elbeund dann in dem einstigen Gebiete der Cherusker (im Harz), die An-deren neben den Sachsen vom rechten Eibufer östlich wohnten.

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