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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
Entstehung
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Siebenundfünfzigstes Kapitel.

Die Yölker, gegen welche die Römer in dieser Periode

Kriege führten.

§. 395. Die Germanen. §. 39G. Die Gothen. §. 397. Die Daher. §. 398. DieVandalen. §. 399. Die Scythen. §. 400. Die Sarinaten. §. 401. DieSlowenen oder Slawen. §. 402. Die Hunnen. §. 403. Die Perser.

§. 395.Die Germanen.

Schon oben (§. 350) geschah der Nachrichten Erwähnung, welchedie alten griechischen und römischen Schriftsteller, vornehmlich Tacitus,uns über die Germanen hinterlassen haben. Hier soll nur noch angeführtwerden, was die Forschungen der neueren historischen Kritiker darüberenthalten. *)

Die älteste, allerdings dunkle, mythologische und historische Ueber-lieferung, die Aehnlichkeit der alten Germanen mit den Persern in Sittenund Gebräuchen, der deutschen Sprache mit der persischen und demSanskrit, weist darauf hin, dass die Germanen gleich anderen Völkernaus Asien nach Europa gekommen sind. Der Zeitpunkt ihrer Einwande-rung ist unbekannt, die Orte aber, wo sie sich zuerst niederliessen, lagenwahrscheinlich an den nördlichen Ufern des Pontus Euxinus (SchwarzenMeeres) und am Tanais-Flusse (Don). Später von neuen aus Asien vonOsten her einwandernden Völkern, den Sarmaten (s. unten §. 400) ge-drängt , rückten sie an den Dnjepr und die Weichsel, dann an die Elbe,Donau und den Rhein vor und breiteten sich allmälig auf dem ganzenRäume zwischen Rhein und Weichsel, Donau und Nordsee und jenseitsder letzteren nach Skandinavien aus. Damals waren drei Hauptstämmeder Germanen bekannt: die Istaevonen, Ingaevonen und Her-mionen (Hermiones). Die Letzteren, welche zwischen Elbe und Weser

*) S. darüber: dasalte Germanien in dem militärisch -encyclopädischenWörterbuch 1853. 4. Bd.