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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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190 IV. Von Augnstus bis zum Untergang des Weströmischen Reiches.

der Auszeichnung, Einrangirung in verschiedene Ehrenklassen der Trup-pen belohnt, als z. B.: campigeni, d. h. im Lager Geborene, beni-ficiarii, d. h. solche, welche das Geschenk des beneficitcm oder einLandgut erhalten hatten, torquati, d. h. welche ein goldenes Hals-geschmeide! erhielten (wie Frauenzimmer), armaturae duplares,d. h. die doppelten Sold erhielten u. s. w. Diese Art von Belohnungen,vorzüglich die in Gelde, stiegen allmälig dem Rang entsprechend underreichten bei den höheren Chargen eine ganz unverhiiltnissmässige Höhe.Aber auch diese, nach den Worten des Vegetius nicht durch wirklicheVerdienste und Auszeichnungen, sondern durch Kriecherei, Schmeichelei,Bettelei, Intriguen, und selbst durch Verbrechen erworben, waren nichtnur nicht im Stande, die alten kriegerischen Tugenden wieder hervorzu-rufen, sondern verdarben den kriegerischen Sinn in den Heeren nur nochmehr. Was die höchsten Ehren, den Triumph und die Apo-theose anbelangt, so wurde der erstere, den Diocletian und Maxi-mian im J. 303 zum letzten Male feierten, dennoch zum Glück fürimmer abgeschafft, weil Diocletian und seine Nachfolger ihn schon fürnichtssagend und eines kaiserlichen Selbstherrschers unwürdig, fürPrivatpersonen dagegen für eine zu bedeutungsvolle und zu hohe Be-lohnung hielten. Die Apotheose dagegen, d. h. die Erhebung der sterb-lichen Kaiser zum Range der Götter (!) wurde durch Constantin d. Gr.sofort nach der Erklärung des Christenthums zur Staatsreligion im Kaiser-reiche beseitigt.

§. 392.

Lagerkunst, Fortification, Belagerungskunst, Ballistik undBrandgesehosse.

Zu Gratian's Zeit (375383) hatten die kraftlosen und verweich-lichten römischen Soldaten, unfähig zu jeder kriegerischen Arbeit, gegenwelche sie ausserdem einen unüberwindlichen Widerwillen hegten, auf-gehört, ihre Feldlager für jede Nacht zu befestigen und, indem sie sichsolchergestalt der Hauptschutzmittel begaben, sich plötzlichen Angriffenund der Niedermetzelung Seitens des Feindes ausgesetzt.

Zu Deckung und Schutz der Grenzen wurden mehr und mehr ge-waltige Verschanzungslinien, Wälle, Mauern, einzelne Schanzen oderForts u. s. w. aufgeführt. So erbaute Constantius Chlorus, derVater Constantin d. Gr., solche Festungen mitten im Lande der unab-hängigen Germanen; Ulius Cimber, der Statthalter von Bithynien,eine ganze Reihe von hölzernen Blockhäusern im Taurusgebirge, um demEinfall der Tarser vorzubeugen; Valentinian I. im J. 3G8 feste Burgen