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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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186 IV. Von Augustus bis zum Untergang dos Weströmischen Reiches.

Solchergestalt büsste die römische Taktik mehr und mehr ihren ur-sprünglichen, wahren, altrömischen Charakter ein und nahm den ihrfremden griechischen an, und zwar jenen aus der Zeit des Verfalls derKriegskunst bei den Griechen. Im 4. und 5. Jahrh. sank auch sie mitder stetig zunehmenden Auflösung des lleiches und der moralischen de-cadencc des Heeres immer tiefer und verfiel endlich, als sie den kläg-lichsten Stand erreicht hatte, mit dem Untergang des WeströmischenReiches zugleich im westlichen Europa ganz und gar, während sie nurnoch im Oströmischen oder byzantinisch-griechischen Reiche weiter lebte.

§. 391.Innere Organisation und Geist der Truppen.

Seit Dioeletian und Constantin d. Gr. gewann die militärische Rang-stufenfolge eine gänzlich neue Gestaltung und nahm einen Charakter an,wie sie ihn bei den Völkern des Orients immer gehabt hatte. Die militä-rische Gewalt war vollkommen von der bürgerlichen getrennt, und ausser-ordentlich vermehrt waren, ohne dass die Truppen davon besonderenNutzen hatten, die verschiedenen militärischen Grade und Aemter. DieOffizierstellen in der Legion bekleideten : die Decurioni, Untercenturio-nen, Centurionen (von denen die ältesten 5 der ersten Cohorte ordinatiMessen und die Gehülfen der Tribunen waren) und die Tribunen. DieLegionen wurden befehligt durch die Legions - P r ä f e k t e n, die Grenzer-und Provinzialtruppen. durch comites (comes) und duces (dux), derenes 35 gab, alle Truppen im Reiche aber standen unter dem Befehl einesmagister peditum (FührerdesFussvolks) und eines magister equi-tum (Führer der Reiterei), welche Constantin d. Gr. an Stelle der präto-rianischen Präfekten eingeführt hatte; diese verwalteten die Präfekturenund hatten nur bürgerliche Gewalt. Die Truppen der Kaisergarde com-mandirte ein comes des Fussvolks und ein comes der Reiterei [comitesdomesticorum peditum et equitum) , und über ihnen standen besondereObersten, magistri praesentales genannt. Die oberste Führung derGardetruppen lag einem Würdenträger ob; dem magister officiorum(eine Stellung. die unserm heutigen Minister des Hauses und des Innernentspricht). Der oberste Heerführer der gesammten Militärmacht desReiches war der Kaiser selbst. Unter Theodosius d. Gr. wurde die Zahlder magister auf fünf vermehrt, nach ihm aber, als das Reich in daswestliche und östliche getheilt war, auf acht und noch mehr. Zu dieserZeit existirten in jedem Reiche je zwei comes der Leibwache (einer desFussvolks, einer der Reiter), und je ein magis ter militiae (Führer desganzen Heeres), welcher alle militärischen Kräfte des Reiches befehligte