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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 5 (1878) Von Augustus bis zum Untergang des weströmischen Reiches : (30 v. Chr. bis 476 n. Chr.)
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55. Die bemerkcnswerthesten Kriege u. Feldzüge d. Römer währ, dieser Periode. 167

zurück und wurden bis zur Donau mit Lebensmitteln versorgt. 2000 van-dalische Reiter traten in römische Kriegsdienste.

Kaum ein Jahr hatte Aurelian zur Beendigung dieses wichtigenKrieges gebraucht und dies in solcher Weise durchgeführt, dass vondieser Seite her das römische Gebiet während seiner ganzen Regierungs-zeit nicht mehr beunruhigt wurde. Nach Rom zurückgekehrt, begann erdie Stadt in ihrem ganzen Umfange durch Mauern und Thürme zu be-festigen, was jedoch bei der Ungeheuern Ausdehnung der Stadt erst unterProbus zu Ende geführt wurde (Rom war schon weit früher mit Mauernumgeben, aber nicht vollständig, und dabei waren diese Mauern seit demzweiten punischen Kriege nicht mehr ausgebessert worden).

Nach kurzem Aufenthalte zu Rom beschloss'Aurelian sich gegenTetricus zu wenden, welcher schon 6 Jahre in Gallien, Britannien undHispanien vollkommen unabhängig unter dem Kaisertitel herrschte. *)Dem Letzteren war seine Macht schon lange lästig geworden; er wolltesie daher niederlegen, aber seine Truppen zwangen ihn zur Aufgabedieses Vorsatzes. Nun trat er mit Aurelian in Unterhandlungen und bat,ihm seine Last abzunehmen, welche er aus Furcht vor den Soldaten nichtoffen abzulegen wage. Er that seinerseits Alles, um dies dem Aurelianzu erleichtern: er rückte ihm mit seinem Heere entgegen, wählte ab-sichtlich eine zum Kampfe ungünstige Stellung bei Duro-Catalaunum(h. Chälons sur Marne) und ging beim Beginn der Schlacht mit seinemSohne zu Aurelian über. Trotzdem fochten aber seine Legionen mit solchverzweifeltem Muthe, dass sie alle bis auf den letzten Mann niederge-macht wurden, aber sie hatten ihr Leben theuer verkauft, denn auch dieTruppen Aurelian's erlitten einen bedeutenden Verlust. Der Sieg diesesLetzteren hatte daher den entscheidenden Erfolg, dass er mit einemSchlage Gallien, Britannien und Hispanien wieder unter Aurelian's Herr-schaft zurückbrachte.

Nun blieb dem Aurelian nach Besiegung der Germanen und Unter-werfung der drei westlichen Provinzen nur noch übrig, auch den Orientzu unterwerfen, wo Zenobia von Palmyra im Namen ihrer minderjährigenSöhne Timolaus und Herennius vollkommen unabhängig regierte und sichsogar Bithyniens, Cappadoci-ens, Syriens, Aegyptens und anderer römi-scher Provinzen bemächtigt hatte.

Im J. 272 brach Aurelian mit der Armee aus Italien auf und gingdurch Illyrien bis nach Syrien. Unterwegs stellte er in Dalmatien die

*) Die Rückeroberung dieser drei Provinzen durch Aurelian wird von den Hi-storikern Eutropius, Eusebius und Gibbon vor die Zerstörung von Palmyra und desReiches der Zenobia gelegt, während Pollio, Vopiscus , die beiden Victor, Crevierund andere Neuere sie nach derselben verlegen. Das Erstere scheint jedoch dasWahrscheinlichere.