1 68 IV. Von Augustiis bis zum Untergang des Weströmischen Keiches.
Ruhe wieder her, welche durch den Usurpator Septiinius gestört wor-den war; dann schlug er den Gothenkönig Oanabas (oder Canaban^,wandte sich von Byzanz nach Bithynien und unterwarf dies Land ohnegrosse'Mühe. Ancyra, die Hauptstadt von Galatien, öffnete ihm gut-willig seine Thore. Tyana's in Cappadocien bemächtigte er sich durchVerrath.
Inzwischen war Zenobia mit einem zahlreichen Heere Aurelian ent-gegen gezogen. bis Antiochia gekommen und schickte nun ihren Feld-herrn Z ab das mit der Reiterei voraus. Mit Hülfe einer Kriegslist schlugAurelian diesen bei Imnä unweit Antiochia, wobei Zabdas, der in demKampfe einen grossen Theil seiner schweren Reiterei (Panzerreiter) ein-gebüsst hatte, sich zurückzog, indem er zugleich das Gerücht verbreitete,Aurelian sei geschlagen und in Gefangenschaft gerathen. Am folgendenTage setzte er seinen Rückzug nach Emesa fort, wo er sich zu kräftigemWiderstand vorbereitete. Die Bewohner von Antiochia und der anderenan Aurelian's Wege liegenden Städte Syriens verliessen ihre Orte ausFurcht vor Aurelian's Rache. Dieser aber liess überall bekannt machen,dass er ihren Abfall nicht für ein Verbrechen, sondern für eine Folge derNotwendigkeit ansehe, und forderte. dass sie in ihre Städte zurück-kehren sollten, was sie auch thaten. Hierdurch gewann Aurelian sie fürsich und zugleich die Sicherstellung der Verpflegung für sein Heer. Einin Daphne, einer Vorstadt von Antiochia, zurückgebliebenes Truppen-corps von Palmyra wurde geworfen und zersprengt. und auf dem Wegenach Emesa unterwarf Aurelian noch die Städte Apamea, Larissa undArethusa. Endlich stiess er bei Emesa auf Zenobia. welche ihm mit70000 Mann eine blutige grosse Schlacht lieferte. schliesslich aber trotzihrer persönlichen Tapferkeit besiegt wurde. Ausser Stande, eine neueArmee gegen Aurelian aufzustellen, schloss sie sich nun in Palmyra ein,wo sie sich zur heftigsten Gegenwehr rüstete. Aurelian folgte ihr sogleichrasch dorthin nach, ohne seinen Marsch durch die Anfälle arabischerHorden aufhalten zu lassen, und traf nach seiner Ankunft vor PalmyraAnstalten zur Belagerung dieser Stadt, suchte aber vorher Unterhand-lungen anzuknüpfen. Zenobia aber verwarf stolz alle seine Anträge, undnun schritt Aurelian ungesäumt zur Belagerung. Zenobia vertheidigtesich mit Muth, Kraft und Ausdauer, machte häufige Ausfälle: bei einemderselben wurde sogar Aurelian selbst verwundet. Endlich im «T. 273zwang der Hunger die Stadt zur Uebergabe. Zenobia entfloh auf einemKameele zum Euphrat, wurde aber von der ihr nachsetzenden CavallerieAurelian's eingeholt und ergriffen. Seine Armee forderte, dass Zänobiahingerichtet werden solle. Aurelian aber begnadigte sie nebst ihremjüngsten Sohne und liess nur die Minister und Räthe hinrichten, welchesie zum Kriege gegen die Römer aufgereizt hatten. Palmyra musste eine